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Digital in die Zukunft

IT-Messe in Neumünster Digital in die Zukunft

Wie digital müssen Handwerksbetriebe in Schleswig-Holstein künftig sein, um nicht den Anschluss zu Mitbewerbern zu verlieren? Antworten auf diese Frage sollen auf der IT-Messe „Digitales Handwerk“ am Mittwoch in Neumünster gegeben werden – die erste Messe, die sich speziell an kleine und mittlere Unternehmen im Norden richtet.

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Tipps für das „Digitale Handwerk“ gibt es am Mittwoch auf der IT-Messe in Neumünster.

Quelle: dpa

Lübeck/Neumünster. „Informationstechnik ist oftmals nicht die Kernkompetenz des Handwerkers“, sagt Wolfram Kroker. Der Projektleiter und eBusiness-Lotse bei der Handwerkskammer Lübeck hat als Resultat auf viele Gespräche mit Handwerkern nach IT-Messen erkannt: Das Angebot an Hard- und Softwarelösungen ist oft nicht maßgeschneidert und überdimensioniert – und wird von interessierten Handwerkern auch nicht richtig verstanden. Das soll auf der neuen Messe in Neumünster anders sein: „Wir haben die insgesamt 36 Aussteller verpflichtet, in ,Handwerkssprech’ zu informieren. IT-Fachchinesisch findet dort keinen Platz“, verspricht Kroker.

 Die digitale Zukunft von Handwerksbetrieben beginnt laut Kroker bei der Anschaffung und dem sinnvollen Einsatz mobiler Endgeräte wie Smartphones, Tablets oder Laptops, einfacher Datencloud-Lösungen sowie passgenauer Software. Es sei heutzutage wichtig, das Auftrags- oder Prozessmanagement so zu organisieren, dass es sowohl für den Handwerker als auch für den Auftraggeber zu einer Zeitersparnis komme. „Durch eine intelligente Vernetzung stehen Daten einfach schneller und auch direkt an der Baustelle jederzeit zur Verfügung“, betont Kroker. Mit geeigneter Software sei es einfach, zum Beispiel die Arbeitszeiten der Mitarbeiter zu erfassen, eine umfassende Baudokumentation vorzuhalten, die Terminplanung oder die Warenwirtschaft zu optimieren.

 Auch im Zusammenspiel von Kunden mit Betrieben hat sich laut Kroker unter dem Stichwort Smart Home viel verändert. Er gibt ein Beispiel: „Die Heizung in einem Privathaus meldet eine Störung, die von entsprechenden Geräten gleich an den Handwerker übermittelt wird. Durch eine schnelle Analyse und die Beschaffung des defekten Bauteils entfällt der erste Besuch im Heizungskeller – die Reparatur geht schneller vonstatten“, sagt Kroker.

 Des Weiteren müssten Handwerksbetriebe heute mit einer pfiffigen Internetpräsenz und einem schnellen Zugang über Suchmaschinen wie Google um Kunden werben. „Sonst gehen die Auftraggeber eben zu der Firma, die das besser kann“, sagt Kroker. Sein Tipp: Der Geselle im Unternehmen, der sich zum Beispiel im Bereich Soziale Netzwerke auskennt, steuert und verstärkt das Außenmarketing des Betriebs und unterstützt so den Firmenchef. Zudem sei es für Betriebe immer wichtiger, Fachkräfte durch einen modernen digitalen Arbeitsplatz an sich zu binden. „Wer an die Zukunft angedockt bleiben möchte, darf sich den neuen digitalen Lösungen nicht verschließen“, sagt Kroker.

 Abgerundet wird die Messe in der Stadthalle Neumünster am Kleinflecken 1 (10 bis 18 Uhr, Eintritt frei) von kurzen Fachvorträgen zum Beispiel über Online-Werbung, Datenschutz im Unternehmen und Online-Weiterbildung. Veranstalter ist der eBusiness-Lotse Lübeck, ein vom Bundeswirtschaftsministerium gefördertes Kompetenzzentrum, das sich zum Ziel gesetzt hat, als neutrale und unabhängige Schnittstelle zwischen Anwendern und Dienstleistern zu informieren.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion