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Immobilienpreise im Norden explodieren

Käuferansturm Immobilienpreise im Norden explodieren

Zunehmende Unsicherheit wegen der Euro-Krise und extrem günstiges Baugeld bewegen immer mehr Menschen zum Kauf einer Immobilie. Die steigende Nachfrage treibt auch in Schleswig-Holstein entsprechend die Preise hoch: Im zurückliegenden Halbjahr wurden Häuser und Wohnungen durchschnittlich um fünf bis sieben Prozent teurer. Spitzenreiter ist Kiel.

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Im Norden werden Häuser immer teurer.

Quelle: Paesler

Kiel. Kostete ein etwa 130 Quadratmeter großes Einfamilienhaus in mittlerer Wohnlage vor zwei Jahren noch 153000 Euro, müssen jetzt im Durchschnitt rund 172000 Euro dafür hingeblättert werden, teilte das schleswig-holsteinische Maklerhaus Otto Stöben mit. „Die starke Nachfrage treibt die Preise weiter in die Höhe“, sagt Geschäftsführer Carsten Stöben. Besonders kräftig stiegen demnach die Preise im Hamburger Umland und in den Universitätsstädten Kiel und Lübeck.

Bei Eigentumswohnungen sei der Preissprung größer als bei Häusern, beobachtete Heiko Haase, Verkaufsleiter der Spiering-Immobilien in Kiel: „In guter Lage, etwa Schrevenpark und Blücherplatz, lagen die Quadratmeterpreise vor zwei bis drei Jahren bei 1300 Euro, inzwischen bei 1800 bis 1900 Euro.“

Die Käufer schreckt das nicht ab: „Viele haben Angst vor der Euro-Krise und wollen deshalb ihr Geld investieren“, erklärt Carsten Stöben. Hinzu kommt, dass die Zinsen für Baugeld historisch tief sind: Zwischen 2,5 und 3,0 Prozent liegen die Zinssätze bei zehnjähriger Laufzeit. Vor vier Jahren waren es noch 4,5 Prozent, so Haase. Bei einem Haus für 200000 Euro und einer Tilgung von einem Prozent mache das monatlich einen Unterschied von fast 300 Euro aus. „Durch die gesunkenen Zinsen können sich viele mehr leisten“, so Haase.

Vor „Käufen auf Krampf“ warnt Volker Sindt, Geschäftsführer von Haus & Grund: „Jetzt kritik- und planlos in Betongold zu investieren, bringt nichts.“ Sich genau zu informieren und unabhängig beraten zu lassen, das empfiehlt auch die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein: „Es gibt viele Schrottimmobilien“, so Michael Herte, Referent für den Bereich Finanzdienstleistungen. Auch in Kiel gebe es kaum noch gute, bezahlbare Immobilien. Deswegen lohne mal ein Blick ins Umland.

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