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Immobilienpreise im Norden drastisch gestiegen

Teure Städte Immobilienpreise im Norden drastisch gestiegen

Häuser und Wohnungen im Norden werden gerade in gefragten Lagen immer teurer, Käufer weichen verstärkt auf preisgünstigere Angebote rund um den eigentlichen Wunschwohnort aus: Das zeigt der neue Immobilienmarktatlas, den die Landesbausparkasse (LBS) am Dienstag in Kiel vorstellte.

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Die Unterschiede zwischen den Städten und auch Stadtteilen sind laut Immobilienatlas beträchtlich.

Quelle: Boris Roessler/dpa

Kiel. „Das Angebot gerade in gesuchten Lagen in den Städten ist trotz verstärkter Bautätigkeit immer noch zu gering, das wirkt sich auf die Preise aus“, sagte Wolfgang Ullrich, Geschäftsführer der LBS Immobilien GmbH.

Mit dem Immobilienatlas, der alle zwei Jahre inserierte Wohnungen und Häuser in Orten und Ballungsräumen in Schleswig-Holstein mit mehr als 20000 Einwohnern auswertet, will die LBS Transparenz auf dem Immobilienmarkt schaffen. „Wir haben dabei festgestellt, dass Käufer ihren Suchradius vergrößern und beispielsweise in Kiel nun auch in Stadtteilen wie Gaarden oder Neumühlen-Dietrichsdorf investieren, die vorher nicht so beliebt waren“, sagte Ullrich. Die Gefahr einer Immobilienblase sieht er nicht: „Dennoch müssen wir schon von einem überhitzten Markt von neu gebauten Eigentumswohnungen beispielsweise in der Kieler Innenstadt sprechen, da gibt es Preissteigerungen von bis zu 40 Prozent.“ Kiel schaffe es derzeit nicht, die hohe Nachfrage zu befriedigen.

Verstärkt gesucht seien auch Objekte an Orten mit guter Infrastruktur, die an teure Top-Lagen grenzten – wie beispielsweise Kronshagen (plus 22,6 Prozent), Altenholz (plus 15,2 Prozent) oder Heikendorf (plus 21,1 Prozent). Trotz dieser Preissteigerung halte die Nachfrage nach Immobilien aber an. „Käufer nutzen die niedrigen Bauzinsen, um sich ihren Traum von der Immobilie auch zur Altersvorsorge zu erfüllen“, betonte Ullrich. Dabei werde schon längst nicht mehr jeder aufgerufene Preis akzeptiert.

Die Unterschiede zwischen den Städten und auch Stadtteilen sind laut Immobilienatlas beträchtlich. So schwanken die Angebotspreise für bestehende Häuser zwischen 1000 und 3500 Euro je Quadratmeter. Besonders teuer ist es demnach in Kiel-Düsternbrook (3542 Euro), Wedel (2774) und Ahrensburg (2680). Günstiger sind Häuser in Neumünster (1328), Heide (1097) und Rendsburg (1192) zu haben. Spitzenreiter bei den Eigentumswohnungen aus dem Bestand sind Lübeck-Travemünde (2823 Euro) sowie die Kieler Stadtteile Düsternbrook, Holtenau und Mitte mit jeweils rund 2600 Euro. „Die Schwankungen erklären sich teilweise auch damit, dass es in den Jahren 2012 bis 2014 bereits kräftige Preisanstiege nach oben gegeben hat“, sagte Ullrich. Angesichts der Preisentwicklung forderte die CDU-Innenpolitikerin Petra Nicolaisen die Landesregierung auf, die in der Landesplanung verankerte Begrenzung von Neubaugebieten aufzuheben. Der Bedarf sei riesig, Wohnraum knapp.


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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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Kommentar

Für Schnäppchenjäger oder auch Normalverdiener ist die Lage auf dem Immobilienmarkt derzeit alles andere als rosig. Die Preise für Häuser und Wohnungen klettern von Jahr zu Jahr in neue Höhen, auch in bislang wenig gesuchten Lagen. Und ein Ende der Preisrallye ist nicht in Sicht.

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