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Obwohl Ostseesalz perfekt in die Zeit passt

Insolvenz Obwohl Ostseesalz perfekt in die Zeit passt

100 Gramm Salz, gewonnen aus der Ostsee, verpackt im Weckglas: Nur anderthalb Jahre nach ihrer Gründung hat die Kieler Ostseesalzmanufaktur mit einer Produktionsstätte auf Gut Eckhof bei Strande Insolvenz anmelden müssen, vor zwei Wochen wurde das Insolvenzverfahren eröffnet.

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Alles Handarbeit: In 100-Gramm-Weckgläsern wurde das auf Gut Eckhof aus Ostseemeerwasser hergestellte Salz verpackt und verkauft. Nun musste die Kieler Manufaktur Insolvenz anmelden.

Quelle: Jennifer Ruske

Kiel/Strande. Unternehmensgründer Christopher Walter ist dennoch zuversichtlich: „Es gibt Pläne, dass es demnächst weitergeht“, sagt der 46-jährige Kieler. Insolvenzverwalterin Birte Jensen bestätigt auf Anfrage unserer Zeitung, dass mit „zwei Interessenten aus dem Gesellschafterkreis“ über eine Fortführung des Start-up-Unternehmens gesprochen wurde. „Die Idee ist gut, das ansprechend gestaltete Produkt hätte fliegen können“, sagt die Hamburger Rechtsanwältin. Allerdings habe es in der Anfangsphase Probleme mit der Suche nach einer Betriebsstätte, der Produktion und später mit der Auftragslage gegeben: „Die Firma hat einige Turbulenzen erlebt.“ Die Fortführungsaussichten bezeichnet Jensen als „ein bisschen schwierig“. Der einzige Mitarbeiter der Firma neben den beiden Geschäftsführern habe sich bereits „neu orientiert“.

Walter ist von seinem Produkt überzeugt

Für den gelernten Einzelhandelskaufmann Walter sind das Produkt und die Verkaufschancen allerdings weiterhin ein Pfund: Um künftig wieder auf dem Markt erfolgreich zu sein, müssten allerdings die Kundenakquise verbessert und die laufenden Kosten „optimiert“ werden, sagt Walter. Als Gründe für die Insolvenz, die die Firma am 22. Oktober 2015 angemeldet hat, nennt er insbesondere die unterschiedliche Unternehmensphilosophie von ihm und Mitgesellschafter und Geschäftsführer Dirk Münze. Auch die mehrfache Veränderung der Beteiligungsstruktur, unter anderem durch die Kieler Beteiligungsgesellschaft Dirk Cordes, habe „viele Dinge nicht vereinfacht und zu Problemen geführt“. Vom Erfolg des Ostseesalzes ist Walter aber weiterhin fest überzeugt: „Es ist ein perfekt in die Zeit passendes Produkt.“

Waren in der Anfangszeit eher Feinkosthändler und Touristen die Zielgruppe, könnten bei einer Wiederaufnahme der Geschäftstätigkeit auch größere Unternehmen in den Absatzfokus rücken. „Eine industrielle Produktion ist allerdings nie meine Intention gewesen und würde es auch künftig nicht sein“, sagt Walter.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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Altes Handwerk lebt wieder auf
Foto: Sind erfolgreich mit Salz aus der Ostsee (von links): Michael Dobrowolski, Dirk Münze und Christopher Walter.

Salz, das gibt es zum Beispiel aus dem Atlantik – und seit Kurzem auch aus der Kieler Förde. Die Idee dazu hatte der Suchsdorfer Christopher Walter. Zusammen mit Dirk Münze und Michael Dobrowolski betreibt er die Ostseesalz-Manufaktur und lässt bei Strande das alte Handwerk wieder aufleben.

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