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Gehaltsvergleich der Bundesländer

Interaktive Grafik Gehaltsvergleich der Bundesländer

Mehr als 8000 Euro beträgt der Gehaltsunterschied zwischen den ostdeutschen und westdeutschen Bundesländern. Das hat das Gehaltsportal Gehalt.de herausgefunden, das heute eine Studie dazu veröffentlicht. 

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Die Grafik zeigt die teils großen Gehaltsunterschiede zwischen den Bundesländern.

Quelle: Screenshot Infogram

Kiel. Demnach verdienen Arbeitnehmer im Westen im Mittelwert* 42 968 Euro pro Jahr, in den ostdeutschen Bundesländern 34 308 Euro. Wobei Berlin mit 40 020 Euro deutlich über den restlichen ostdeutschen Bundesländern liegt und auch vor Schleswig-Holstein. Der echte Norden ist im Ranking der alten Bundesländer mit 36 581 Euro Durchschnittseinkommen das Schlusslicht.

Hessen steht an der Spitze

„Schleswig-Holstein hat keine kapitalstarke Industrie“, erklärt der Sprecher von Gehalt.de, Artur Jagiello, dazu. „Im Norden gibt es keine Top-Ten-Dax-Konzerne wie im Süden.“ Die Tourismusbranche sei zwar Kernelement der schleswig-holsteinischen Wirtschaft, könne aber mit der Pharmazie- und Automobilbranche der südlichen Bundesländer nicht mithalten.

Durchschnittsgehälter im Bundesländervergleich 2017
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In Hessen mit dem finanzstarken Rhein-Main-Gebiet verdienen Arbeitnehmer laut Studie 47 597 Euro und sind damit an der Spitze der gesamten Bundesrepublik. Der Arbeitskostenexperte Christoph Schröder vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln bestätigt das. „Konzerne siedeln sich gern in Ballungsgebieten und Großstädten an. Davon hat das ländliche Schleswig-Holstein keine“, sagt Schröder. So erklärt sich auch das rund 8000 Euro höhere Durchschnittsgehalt Hamburgs. Deshalb wiederum müssten jedoch vereinzelte Unternehmen im Norden tiefer in die Tasche greifen, um gutes Personal aus den Metropolen zu halten, sagt Artur Jagiello.

Ein Unterschie von 31,7 Prozent

Der Studie zufolge liegen die signifikanten Lohnunterschiede dennoch im Ost-West-Vergleich. So verdient ein Verkäufer im Einzelhandel im Osten durchschnittlich 26 503 Euro, während in Westdeutschland 30 524 Euro für die gleiche Arbeit gezahlt werden. Die größte Differenz gibt es zwischen Elektronikern: Ein westdeutscher bekommt mit 42 273 Euro über 10 000 Euro mehr als sein ostdeutscher Kollege mit 32 109 Euro – ein Unterschied von satten 31,7 Prozent.

Ostdeutschland blieb – trotz einiger Leuchtturmprojekte – strukturschwach und eher ländlich geprägt. Millionen Menschen wanderten nach dem Mauerfall 1989 in den Westen ab, es fehlen ausreichend Unternehmen, auch aus dem Ausland, die sich ansiedelten. Die Zahlen der Studie beziehen sich auf Fachkräfte ohne Personalverantwortung.

* In einer vorherigen Version hieß es, dass die Mittelwerte für die alten Bundesländer 46.835 Euro und für den Osten Deutschlands 37.373 Euro betragen. Auf Nachfrage dieser Zeitung hat Gehalt.de die Werte korrigiert.

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