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Großauftrag für Kieler Werft

Israel kauft Korvetten Großauftrag für Kieler Werft

Unmittelbar vor dem Besuch des israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin in Kiel ist am Montag in Haifa der Bauvertrag über vier Korvetten unterschrieben worden. Die größten israelischen Kampfschiffe werden dort gebaut, wo Rivlin am Mittwoch die meiste Zeit in Kiel verbringt: bei den Werften in Gaarden.

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Die Werft baut auch U-Boote für Israel und wird an diesem Mittwoch von Staatspräsident Reuven Rivlin besucht.

Quelle: Frank Behling

Kiel/ Tel Aviv. Der Großauftrag macht Kiel zum Marineschiffbau-Standort Nummer eins in Deutschland. Bei den Werften ThyssenKrupp Marine Systems und German Naval Yards Kiel stehen damit jetzt sechs Korvetten und acht U-Boote für den Export in den Auftragsbüchern. Die Auslastung erstreckt sich bis weit über das Jahr 2020. Die Auftragssummen für alle Projekte sollen sich auf ein Volumen von rund sechs Milliarden Euro summieren.

ThyssenKrupp Marine Systems hat die Auftragsvergabe in Israel am Montag mit einer knappen Pressemitteilung bestätigt. 430 Millionen Euro kosten die vier Korvetten, die ohne Waffensysteme geliefert werden sollen. Für die Kieler Werft saß Andreas Burmester, Geschäftsführer von ThyssenKrupp Marine Systems, am Tisch. Der Kieler war mit Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen nach Israel geflogen. Anlass für den Besuch ist der 50. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel.

Die israelische Marine bekommt für den Auftrag auch einen Zuschuss. Mit bis zu 115 Millionen Euro unterstützt die Bundesregierung den Bau der Korvetten. Die rund 1600 Tonnen verdrängenden Einheiten sollen knapp 100 Meter lang sein und zum Schutz der neuen Öl- und Gasförderanlagen vor der Küste Israels eingesetzt werden. Die neuen Einheiten sollen im Baudock 7 in Kiel entstehen, wo jetzt zwei Korvetten für Algerien gebaut werden. Die Daten über die neuen Aufträge sind noch geheim. „Wir machen darüber keine Angaben“, sagte ein Sprecher von ThyssenKrupp.

Die Neubauten werden drei kleinere Korvetten aus US-Produktion ablösen. Israels Marinechef Admiral Ram Rotberg sagte, sie würden als „Saar6“-Boote eingestuft werden. Das deutet auf eine wesentliche Verbesserung der Fähigkeiten hin. Rotberg hatte sich für Kiel eingesetzt. Im vergangenen Jahr hatte er selbst hier das U-Boot „Tanin“ abgeholt.

Generalunternehmer ist die Werft ThyssenKrupp Marine Systems in Kiel. Sie hat den Bau der Schiffe an die benachbarte Werft German Naval Yards Kiel vergeben. Diese Werft hieß noch bis April Abu Dhabi Mar Kiel (ADMK). Angesichts des nahenden Israel-Auftrags musste der arabische Name jedoch weichen.

Rivlin wird morgen ab etwa 12 Uhr die Kieler Werftanlagen besuchen und auch das neueste U-Boot „Rahav“ ansehen. Das 68 Meter lange Boot wird in wenigen Tagen offiziell an Israel übergeben

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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ThyssenKrupp Marine Systems setzen ihren Kurs im Marineschiffbau fort. Die Werft in Kiel ist neben der Meyer-Werft in Papenburg heute eine der beiden Säulen der deutschen Werftindustrie. Beide haben zusammen mehr als die Hälfte des Auftragsvolumens aller deutschen Werften in ihren Auftragsbüchern. Mehr als sechs Milliarden Euro sind es allein bei TKMS in Kiel. Sind die Kieler Schiffbauer damit Händler des Todes?

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