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Förderfamilie stärkt Firmen

Jahresbilanz 2015 Förderfamilie stärkt Firmen

Mit Krediten, Bürgschaften und Beteiligungskapital, aber Beratungen haben die Förderinstitute in Schleswig-Holstein auch 2015 wieder hunderte Unternehmen begleitet. Arbeitsplätze wurden gesichert, neue geschaffen. Und mit einem neuen Produkt, sollen ab 1. März Existenzgründungen und Firmenübergaben noch stärker begleitet werden.

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Die beiden Geschäftsführer Hans Peter-Petersen (links) und Gerd-Rüdiger Steffen der Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Schleswig-Holstein (MBG) in Kiel

Quelle: Sven Janssen

Kiel. Die „Förderfamilie“, das sind die Investitionsbank, Bürgschaftsbank und Mittelständische Beteiligungsgesellschaft (MBG), sei ein „großer Standortvorteil“ Schleswig-Holsteins, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer. „Kreativ und verlässlich“ würden sie Unternehmen begleiten und unterstützen, vergleichbare Angebote gebe es längst nicht in allen anderen Bundesländern.

Mit ihren Finanzierungszusagen trugen die Förderinstitute im vergangenen Jahr mit dazu bei, dass rund 3000 neue Arbeitsplätzen geschaffen werden konnten. Die Zahl der geförderten Unternehmen stieg um knapp acht Prozent auf 879. Damit waren die Förderbanken trotz niedriger Zinsen weiter stark gefragt. „Kleine Existenzgründungen und Unternehmen fallen oftmals durch das Raster der Banken, weil der Bearbeitungsaufwand für die Kreditinstitute zu hoch und der Ertrag zu gering ist“, sagte Meyer. Die Investitionsbank (IB) kann den Geschäftsbanken günstige Finanzmittel zur Verfügung stellen; die Bürgschaftsbank gibt Bürgschaften, und die MBG springt bei Eigenkapitalmangel ein.

Im vergangenen Jahr wurden drei neue Beteiligungskapitalprodukte aufgelegt. Sie sind insgesamt mit 76 Millionen Euro ausgestattet, womit Investitionen von rund 500 Millionen Euro ausgelöst werden können. Außerdem wurde zum Jahresbeginn ein Gründungsstipendium geschaffen, mit dem Hochschulabsolventen gefördert werden sollen.

Ein wichtiger Teil der Arbeit nicht nur der Förderinstitute, sondern auch von IHKs und Handwerkskammern besteht darin, Arbeitnehmer zum Unternehmertum zu ermuntern. „Innerhalb der nächsten zehn Jahre benötigen in Schleswig-Holstein rund 7000 Unternehmen mit 220000 Arbeitnehmern eine Nachfolgeregelung, weil Geschäftsführer aus Altersgründen ausscheiden“, sagte Hans-Peter Petersen, Geschäftsführer der Bürgschaftsbank. „Die Nachfolger stehen nicht Schlange. Denn auch die Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt sind derzeit sehr gut.“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Investitionsbank, Erk Westermann-Lammers. Man müsse für Unternehmertum werben – und damit frühzeitig anfangen, sagte Meyer. Er tue das daher beispielsweise daher sehr gerne bei Besuchen in Schulen.

Mit dem Produkt „Gründung und Nachfolge in Schleswig-Holstein“ werden die Förderinstitute ab 1. März über ein weiteres Instrument verfügen. Für Existenzgründungen und Unternehmensnachfolgen sollen damit Mittel zwischen 25000 und 500000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Die IB, die sich durch ihr sehr gutes Rating sehr günstig finanzieren kann, stellt Banken und Sparkassen Mittel zur Verfügung, die diese dann an Gründer und Unternehmen weiterreichen können. Kombiniert wird diese Refinanzierung mit einem Bürgschaftsanteil von 80 Prozent, so dass das Risiko für die Banken deutlich reduziert wird.

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