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Jungfernfahrt fürs Ackertaxi

Bünsdorf Jungfernfahrt fürs Ackertaxi

Mit Deutschlands vermutlich erstem Ackertaxi will Gutsbetreiber Carsten Fedder Kunden und Besucher ganz direkt an die Landwirtschaft führen. Auf Gut Schirnau in Bünsdorf machte die Kombination aus überdachtem Anhänger und Traktor am Donnerstag die offizielle Jungfernfahrt auf die Felder.

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Ein überdachter Plattformwagen und ein Traktor bilden das Ackertaxi. Mit ihm werden Besucher von Gut Schirnau dorthin gefahren, wo Kartoffeln, Raps und Getreide wachsen.

Quelle: Rainer Krüger

Bünsdorf. Fedders Anliegen: Seine Gäste sollen sehen, wie Lebensmittel angebaut werden, und er will ihre Fragen dazu beantworten.

 Als sie zusammenrücken, passen 30 Premiere-Ausflügler gut ins Ackertaxi. „Es ist ein absenkbarer Plattformwagen. Die Aufstiegshöhe beträgt nur 20 Zentimeter. Somit ist er auch für Personen mit eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten sehr gut geeignet“, erklärt Fedder. Zu zeigen hat er viel. Auf 220 Hektar Fläche bauen seine Familie und sieben Mitarbeiter Raps, Weizen und Speisekartoffeln an. Insbesondere die derzeit 24 Hektar mit Kartoffeln hat er im Blick. Durch die 2011 eröffnete Kochschule kann er Gästen die gesamte Produktionskette vom Feld bis in den Topf zeigen. Im Rahmen des Projekts „Schulklassen auf dem Bauernhof“ ist das Gut schon häufig Ziel von Ausflügen gewesen. So kam Fedder letztlich auch auf die Idee mit dem Ackertaxi. „Ein Problem war immer: Wenn die Kartoffeln weit weg waren, taten sich manche schwer.“ Natürlich waren auch Mitfahrten auf dem Schlepper im Gespräch. Aber: „Den Trecker rauf und runter ist letztlich gefährlich und doof.“ So kam das Ackertaxi ins Spiel. Mit Geländer, Bänken und Dach sei die Fahrt mit ihm sicher und witterungsunabhängig.

 Mit dem neuen Angebot will der Bünsdorfer Aufklärungsarbeit leisten. Dazu gibt es für ihn Anlass. „Manche Kunden fragen im Februar, ob es schon Frühkartoffeln gibt. Ihnen erklären wir dann, dass wir sie erst im April pflanzen.“ Seine Schlussfolgerung: „Man merkt, dass die Menschen heute nicht mehr selbstverständlich den Jahreskreislauf in der Landwirtschaft kennen.“ Dabei sei das Interesse an der Produktion der Lebensmittel groß, denn „schließlich geht es um ihr Essen“. So kommt Fedder zur Betriebsphilosophie. „Als Praktiker zeigen wir, wie wir es machen. Gäste können sich dann selbst eine Meinung bilden.“ Er setzt auf „Lernen durch Erleben“.

 Die Route des Ackertaxis ist ein zwei Kilometer langer Feldweg. Mit elf Stundenkilometern geht es vorbei an blühenden Rapsfeldern und heranwachsendem Weizen. Dabei bekennt sich Fedder klar zur konventionellen Landwirtschaft. Zu Demonstrationszwecken gibt es eine Fläche, auf der „auf den Einsatz von Herbiziden verzichtet wird. Im Vergleich sehen Besucher, wie der Ertrag dort ausfällt.“ Öffentliche Zuschüsse hat Fedder fürs Ackertaxi nicht bekommen. Allerdings gibt es Sponsoren. Bünsdorfs Bürgermeister Jens Kühne begrüßt Fedders unternehmerische Initiative. „Hut ab! Ich hoffe, dass nun noch mehr Besucher aufs Gut kommen.“ Ein Gast kündigt sich schon an. „Die Fahrt war eine echte Bereicherung“, sagt Lutz Clefsen aus Altenholz. Mit seinen Enkeln will der Kreispräsident des Kreises Rendsburg-Eckernförde wiederkommen.

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