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Eine gute Adresse mit Tradition

Käsestraße Schleswig-Holstein Eine gute Adresse mit Tradition

Die Käsestraße Schleswig-Holstein feiert in diesem Jahr 15-jähriges Bestehen. Sie ist sogar Vorbild für andere Bundesländer und wurde von der Deutschen Zentrale für Tourismus als ein Vorzeigeprojekt für „Deutsche Ferienstraßen“ ausgewählt.

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Präsentierten die Vielfalt der Produkte aus Schafs- und Ziegenmilch auf der Käsestraße: Malte Solterbeck (von links) vom Milchschafhof in Owschlag, Cindy Jahnke von Jahnkes Ziegenkäse in Sörup, Detlef Volquardsen von der friesischen Schafskäserei aus Tetenbüll, Kirsten Möllgaard vom Meierhof Möllgaard in Hohenlokstedt und Carsten Mann von der Käsemanufactur Travenhorst.

Quelle: Peter J. Strehmel

Travenhorst. 27 Betriebe, die Käse aus Kuh-, Schaf- und Ziegenmilch herstellen, sind durch diese Straße verbunden. „Die Käser sind die Winzer des Nordens“, stellte Joachim Burgemeister, Vorsitzender der Käsestraße Schleswig-Holstein, fest. Er hatte zur Eröffnung der Saison für Schafs- und Ziegenkäse auf dem Hof der Käsemanufactur Travenhorst im Kreis Segeberg geladen. Wie die Winzer veredelten die Käser ihren Rohstoff Milch und ließen das Ergebnis reifen. Wie die Winzer sind auch die Käser von der Natur abhängig.

„Anders als Kühe liefern Schafe und Ziegen nicht das ganze Jahr über Milch“, erklärte Malte Solterbeck, der seit zehn Jahren seinen Milchschafhof in Owschlag hat. Die gedeckten Schafe und Ziegen fallen in der Regel im November „trocken“, kommen dann in „Mutterschutz“ und können erst wieder gemolken werden, wenn ihre Lämmer etwa anderthalb Monate alt sind. Eine Ausnahme ist die Rasse Französische Schafe: Sie geben das ganze Jahr über Milch, so Solterbeck.

Die meisten Schaf- und Ziegen-Käsereien haben sich dem ökologischen Landbau verschrieben und vermarkten lokal und regional über Hofläden, Biomärkte und den örtlichen Einzelhandel. „Wir sind Bioland-Betrieb und wollen ohne Kraftfutter auskommen – das bräuchten wir, wenn wir auch im Winter melken wollten“, erklärte Amke Wardin, Diplom-Agararingenieurin und Käserin in Travenhorst. Sie hat auf ihrem Hof 75 Schafe, die sie nur einmal am Tage melkt und pro Schaf kommt sie auf 350 Liter Milch im Jahr. Nach dem Melken dürfen die Lämmer wieder zu ihren Muttertieren und die noch verfügbare Milch trinken. Im besten Falle geben Milchschafe bis 600 Kilogramm, Ziegen sogar bis zu 1200 Kilogramm Milch pro Tier und Jahr. In Schleswig-Holstein gibt es 2200 Betriebe, die rund 163000 Mutterschafe halten und etwa 530 Betriebe mit 5300 Mutterziegen.

„Hausschafe zählen zu den ältesten Haustieren überhaupt, sie wurden vor etwa 9000 bis 11000 Jahren domestiziert“, erzählte Burgemeister. Bei Ziegen war dasvor etwa 8000 bis 9000 Jahren der Fall. Schaf- und Ziegenmilch ist auch gehaltvoller als Kuhmilch. Werden bei Kuhmilch 10 Liter für ein Kilogramm Käse benötigt, sind nur vier Liter beim Schaf. Wegen vieler Vitamine und Mineralstoffe sowie der besonderen Struktur der Eiweiße sind Schaf- und Ziegenmilch eine Alternative für Kuhmilch-Allergiker. Den Begriff „Alternative“ mochte Burgemeister aber nicht stehenlassen, denn die Käser im Lande böten die ganze Palette von Quark und Joghurt, Frischkäse und Butter, Schnittkäse und sogar Eis aus Schaf- und Ziegenmilch.

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