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Linienflüge noch in weiter Ferne

Flughafen Lübeck verkauft Linienflüge noch in weiter Ferne

Die Hängepartie um den Flughafen Lübeck-Blankensee ist beendet. Der Medizintechnik-Unternehmer Stöcker kauft den Airport. Lübeck und die Nordländer würden profitieren – verspricht er. Auch für sich selbst sieht der neue Eigner Vorteile – auf dem Weg zur Arbeit.

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Der Flughafen Lübeck soll verkauft werden.

Quelle: Markus Scholz/dpa

Lübeck. Der Lübecker Flughafen hat einen neuen Eigentümer. Euroimmun-Chef Winfried Stöcker hat ihn aus der Insolvenz gekauft. Zum 1. Juli soll die Stöcker Flughafen GmbH & Co. KG den Betrieb in Blankensee übernehmen. Die Bürgerschaft muss den Verkauf am 30. Juni absegnen. Die Kaufsumme wird verschwiegen. Es ist aber Geld geflossen und kein symbolischer Euro. Am Flughafen sind 59 Mitarbeiter beschäftigt, doch etliche werden entlassen, so dass nur 30 bis 35 Mitarbeiter am Airport verbleiben. Neuer Geschäftsführer wird Jürgen Friedel. „Ich freue mich sehr, dass wir nach all den Irrungen und Wirrungen eine Unternehmerpersönlichkeit aus der Region gefunden haben“, sagte Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) gestern.

Er sei zuversichtlich, dass der Flughafen eine gute Entwicklung nehmen werde. Insolvenzverwalter Klaus Pannen hat den Handel abgeschlossen – neun Monate nach Insolvenzantrag: „Ich gehe davon aus, dass der Flughafen nunmehr eine langfristige und gute Perspektive haben wird.“

Gekauft, um zu retten

Der neue Eigentümer hat den Airport gekauft, um ihn zu retten. „Wir wollten auf keinen Fall, dass der Flughafen untergeht“, sagt Stöcker. Er hat vor allem ein eigenes Interesse, ab Blankensee fliegen zu können – denn sein Medizintechnik-Unternehmen ist in direkter Nachbarschaft zum Airport. Seine Firma wachse derart, dass er sich einen Standort ohne Flughafen nicht leisten könne. Zudem will Stöcker die Mitarbeiter des Airports auch in seiner Firma einsetzen. „Diese Möglichkeit hat keiner außer uns.“ Langfristig will Stöcker den Airport ausbauen und elf Millionen Euro investieren. Dann erhält er 5,5 Millionen Euro von der Stadt.

Zunächst will Stöcker aber eine kleine Lösung. Sein Ziel: die Betriebsgenehmigung des Airports erhalten und den Ausbau sichern. Das heißt: das Planfeststellungsverfahren rechtskräftig abschließen, denn das hängt seit Jahren in der Luft. Klar ist aber, dass der Flughafen die nächsten Jahren vor allem Geld kostet.

Zumeist positive Reaktionen

Die Reaktionen auf die Kaufentscheidung Stöckers fallen überwiegend positiv aus. Der Kieler Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) zeigt sich erfreut, dass der Flughafen weiterhin für Wirtschaft und Tourismus zur Verfügung stehe. Die IHK Lübeck streicht heraus, dass ein Unternehmer aus der Region „diesen rettenden Schritt gemacht hat“. Aus Sicht der Wirtschaft sei es nun wünschenswert, künftig auch wieder regelmäßige Linienverbindungen „von dem hervorragend angebundenen Airport“anzubieten. Bernd Jorkisch, Vorsitzender des Hansebelt Initiativkreises, sprach von einem Glücksfall für die Region. Jorkisch: „Der Airport hat eine Zukunft.“

Von Josephine von Zastrow und Curd Tönnemann

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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Es ist vollbracht: Der Flughafen Lübeck-Blankensee hat wieder einen neuen Eigentümer – zum fünften Mal in elf Jahren. Statt ominöser Investoren aus der großen weiten Welt übernimmt jetzt mit dem Unternehmer Winfried Stöcker ein Mann aus der Region den Pleiten-Airport.

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