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Karstadt gibt Entscheidern mehr Freiraum

Kaufhaus in Kiel Karstadt gibt Entscheidern mehr Freiraum

Der Warenhaus-Konzern Karstadt ist bei der Sanierung in diesem Jahr einen großen Schritt vorangekommen. Die Strategie sieht unter anderem auch vor, dass die lokalen Führungskräfte mehr Entscheidungen fällen dürfen, um jeden Standort individuell zu entwickeln – das gilt auch für das Warenhaus in Kiel.

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Neue Strategie: Karstadt-Filialleiter Christoph Kellenter hat die Weihnachtsausstellung vom Erdgeschoss in den Sophienhof-Eingangsbereich geholt, damit sie besser wahrgenommen wird.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. Das berichtet jetzt Filialgeschäftsführer Christoph J. Kellenter: Konzern-Chef Stephan Fanderl will den Fokus noch stärker auf die jeweilige lokale Kundschaft legen. Regionalisierung lautet das Schlagwort. Und das bedeute beispielsweise, dass Karstadt „aus Millionen aktiven Artikeln am Ende sicherstellt, dass Karstadt in Hamburg in der Mönckebergstraße High-End-Premium-Marken führt, aber in München-Schwabing auch Fünf-Liter weiße Wandfarbe, weil die Filiale mitten in einer Studentengegend mit häufig wechselndem Wohnraum liegt“, hatte Fanderl jüngst vor Führungskräften gesagt.

In Kiel beispielsweise hat Kellenter es mit sehr unterschiedlichen Kundengruppen zu tun: Das sind zunächst die Einwohner der Region, dann die Urlauber und schließlich die Tagestouristen der Fähren und Kreuzfahrer. „Die haben jeweils ganz andere Bedürfnisse“, sagt Kellenter, der vor einem halben Jahr die Leitung der Kieler Filiale übernommen hat. Stärker noch als seine Vorgänger hat er nun die Freiheit, darauf zu schauen, welches Angebot in Kiel fehlt oder wo Karstadt besondere Stärken hat, die herausgestellt werden können. Das Kurzwaren-Angebot beispielsweise sei einmalig in Kiel, sagt der Filialchef. Damit könne sich das Haus profilieren. Und auch in den Bereichen Strümpfen sowie Damen- und Herrenwäsche verfüge das Haus über ein in der Region herausragend breites Angebot.

Noch genauere Regionalisierung

Insgesamt wird jetzt in jedem einzelnen Warenhaus ganz genau darauf geschaut, was läuft und was nicht. Eine Herrenmodemarke, die in Kiel gut verkauft wird, geht in München möglicherweise gar nicht. Uhren, Parfüm, Schuhe, Spielwaren, Haushaltsartikel – das gesamte Sortiment wird stetig überprüft und angepasst. Lebensmittel gibt es zwar in Kiel nicht mehr, seit Perfetto das Untergeschoss frei gemacht hat. Aber Wein und Spirituosen gibt es bei Karstadt in Kiel weiterhin – im Gegensatz zu anderen Häusern ohne Lebensmittelabteilung –, unter anderem wegen der skandinavischen Kunden.

Lieferservice bis auf die Fähre

Selten sind große Veränderungen nötig; sondern Kellenter und sein Team drehen an „ganz, ganz vielen kleinen Stellschrauben“. Dazu gehört dann beispielsweise auch, den Kunden aus Norwegen künftig einen kostenlosen Lieferservice aufs Schiff anzubieten, damit die völlig taschenbefreit durch Kiel bummeln können. „Wir haben mehr Verantwortung vor Ort, aber das macht es spannend und abwechslungsreich für uns“, sagt Kellenter.

Es ist seine sechste Station als Geschäftsführer einer Karstadt-Filiale. Über Altenessen, das Karstadt-Einrichtungshaus in München-Theresienhöhe, Bremen, Lüneburg und Hamburg-Wandsbek ist Christoph J. Kellenter nach Kiel gekommen. An der Förde ist er nicht nur Leiter des Warenhauses und – wie inzwischen jeder Karstadt-Geschäftsführer – Leiter einer Abteilung, sondern auch Center-Manager des Holstentörns. Dort sind demnächst einige sichtbare Veränderungen geplant: „Wir wollen die Aufenthaltsqualität erhöhen und nicht nur Rennstrecke auf dem Weg aus dem oder in den Sophienhof sein“, sagt Kellenter. Mehr Sitzmöglichkeiten sollen geschaffen werden, die Gastronomie mit einer Champagner- und Weinbar erweitert werden.

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