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Wo Rentner im Norden am meisten von ihrem Geld haben

Kaufkraftstudie Wo Rentner im Norden am meisten von ihrem Geld haben

Die Kaufkraft der Rente hängt sehr stark vom Wohnort ab. Nach einer Prognos-Studie im Auftrag der Versicherungswirtschaft haben 1000 Euro Rente für Senioren in Kiel eine Kaufkraft von 987 Euro, in Plön 1024 Euro, im Kreis Rendsburg-Eckernförde 1053 Euro und in Neumünster 1079 Euro.

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Rente ist nicht gleich Rente: Was sich Senioren im Alltag von ihrem Auskommen leisten können, hängt stark vom Wohnort ab.

Quelle: Rolf Haid

Kiel. Der Landkreis Nordfriesland ist im Norden am teuersten, dort liegt die Kaufkraft nur bei 862 Euro, im Kreis Steinburg jedoch bei 1094 Euro (Stand Ende 2014).


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 Für die Auswertung hat Prognos bundesweit die Lebenshaltungskosten der Rentner in 402 Landkreisen und kreisfreien Städten verglichen. Den Warenkorb des Statistischen Bundesamtes passten die Autoren der Studie an das Kaufverhalten der über 65-Jährigen an. Ausgaben für Gesundheit haben einen höheren Stellenwert, Kosten für Verkehr einen geringeren, weil Rentner nicht mehr zur Arbeit pendeln müssen. Größter Block mit fast 35 Prozent sind Kosten für Wohnen, Wasser, Strom und Heizen.

 Der teuerste Wohnort in Deutschland ist München, das Leben kostet dort 30 Prozent mehr als im Bundesschnitt und 50 Prozent mehr als im preiswertesten Kreis Holzminden (Niedersachsen). „Das Gefälle zwischen den Regionen ist sehr groß“, sagt Prognos-Chefökonom Michael Böhmer, der die Studie für die Initiative „7 Jahre länger“ des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherer (GDV) erstellt hat. Die Initiative wolle darauf hinweisen, dass Menschen heute im statistischen Mittel länger leben als sie annehmen, sagt Christian Ponzel vom GDV.

 „Am härtesten trifft es diejenigen, bei denen niedrige Rentenansprüche und hohe Lebenshaltungskosten zusammenkommen“, sagt Böhmer. Vor allem die Wohnkosten hätten starken Einfluss auf den Lebensstandard. In Schleswig-Holstein sei das Preisniveau „überwiegend moderat“. Wegen des „Sylt- Effekts“ steche Nordfriesland heraus, hier sei das Leben teurer als in Hamburg, bundesweit ist das Platz sieben der teuersten Regionen.

 „Die Problematik war uns bekannt, aber dass Nordfriesland so teuer ist, nicht“, sagt Peter Schildwächter vom Landesseniorenbeirat. „Wir merken auch, dass das Hamburger Umland teurer ist.“ Man müsse „immer auch das Risiko der Altersarmut im Blick behalten“, sagt Jan Dreckmann vom Paritätischen Wohlfahrtsverband. Nötig sei eine Rente, die zum Leben reiche, erklärt DGB-Nord-Chef Uwe Polkaehn. „Das Rentenniveau darf nicht weiter fallen, denn dann würden immer mehr Menschen gezwungen, im Alter zum Sozialamt zu gehen“, sagt er. In Schleswig-Holstein betrage die Durchschnittsrente 1061 Euro für Männer und 524 Euro für Frauen. 20200 der über 64-Jährigen erhielten Grundsicherung, das sei die höchste Zahl seit Einführung der Statistik im Jahr 2003.

Von Christian Risch

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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