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Diesmal droht ein längerer Streik

Keine Einigung im Omnibusgewerbe Diesmal droht ein längerer Streik

Nach mehr als zehnstündigen Verhandlungen sind die Tarifverhandlungen für die privaten Busfahrer gescheitert — trotz verbesserten Angebots der Arbeitgeber. Nun drohen unbefristete Streiks.

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Ab Ende der kommenden Woche könnte es damit zu längeren Streiks der Busfahrer in Schleswig-Holstein kommen.

Quelle: dpa

Kiel . Nach dem Abbruch der Tarifverhandlungen im privaten Omnibusgewerbe drohen in Schleswig-Holstein unbefristete Streiks der Busfahrer. Die Gewerkschaft Verdi hält ein verbessertes Angebot der Arbeitgeber vom Donnerstag für zu niedrig und will nun einen „unbefristeten Erzwingungsstreik“ erreichen. „Die Urabstimmung könnte bereits am Dienstag beginnen“, sagte Verdi-Sprecher Frank Schischefsky am Freitag. Bereits währenddessen könne es zu erneuten Warnstreiks kommen. Am Freitagabend sollte die große Tarifkommission die Urabstimmung einleiten.

Der Omnibusverband Nord (OVN) kritisierte die Gewerkschaft scharf. „Wir waren fassungslos über die Uneinsichtigkeit der Gewerkschafter“, sagte OVN-Geschäftsführer Joachim Schack der Deutschen Presse-Agentur. Die Unternehmen seien Verdi sowohl bei der Lohnerhöhung mit einem Angebot von 150 Euro als auch einer kürzeren Laufzeit des Tarifvertrags von 30 statt 42 Monaten entgegengekommen. „Die realen wirtschaftlichen Verhältnisse werden komplett ausgeblendet.“ Dabei gehe es eine „akute Gefahr, Arbeitsplätze zu verlieren“, sagte Schack.

In der fünften Verhandlungsrunde hatten beide Seiten am Donnerstag mehr als zehn Stunden lang erfolglos miteinander gerungen. Dann brachen die Gewerkschafter die Gespräche ab. Ziel Verdis ist es, den Stundenlohn der Beschäftigten um rund 1,50 Euro zu erhöhen. Verdi fordert im Schnitt 250 Euro mehr Geld pro Monat für die Angestellten des Omnibusverbandes. Ziel sei es, den Lohnabstand zu den Busfahrern von kommunalen Arbeitgebern zu verringern. Der Arbeitgeberverband hält die Forderungen für unangemessen und nicht finanzierbar.

Viele Schüler und Pendler in Schleswig-Holstein müssen sich damit auf weitere Behinderungen einstellen. Während der seit Anfang Juli andauernden Tarifverhandlungen hatte es insgesamt sieben Warnstreiks gegeben. Zuletzt hatten sich am Dienstag und Mittwoch laut Gewerkschaft gut 1000 Fahrer privater Busbetriebe an einem Warnstreik beteiligt.

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