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Ein Speicher für den Windkraft-Strom

Kiel Ein Speicher für den Windkraft-Strom

Norwegen als riesiger Speicher für Windenergie aus Schleswig-Holstein: Das Nordlink-Seekabel wird es möglich machen. Der Bau hat gerade begonnen, ab 2020 kann über das Kabel überschüssiger Windstrom von Schleswig-Holstein nach Norwegen geleitet und dort von Pumpspeicher-Wasserkraftwerken aufgenommen werden und bei Bedarf wieder gen Süden fließen.

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In Nord- und Ostsee werden derzeit zahlreiche Seekabel verlegt. Sie schließen die Offshore-Windparks an das Stromnetz an, aber es werden gleichzeitig auch Verbindungen von Deutschland nach Skandinavien geschaffen.

Quelle: Bernd Wüstneck/dpa

Kiel. Die viel gescholtene Energiewende schreibt offenbar auch die eine oder andere kleine Erfolgsgeschichte. Während die Südlink-Trasse, die Strom aus dem Norden in den Süden Deutschlands leiten soll, am Widerstand der CSU in Bayern zu scheitern drohte und gerade erst durch einen teuren Kompromiss in die Spur gebracht werden konnte, kommt Nordlink ebenso geräuschlos wie flott voran. So jedenfalls das Fazit beim Kieler „Branchenfokus: Windindustrie“. Vor etwa 100 mit dem Windkraft-Gewerbe verbundenen Teilnehmern im Kieler Wissenschaftszentrum zeigten sich die Vertreter der beiden Netzbetreiber Tennet und 50Hertz überaus zufrieden mit den Fortschritten. Tennet baut zusammen mit der norwegischen Statnett und der deutschen Staatsbank KFW Nordlink. 50 Hertz schließt die Windparks in der Ostsee an und schafft bei der Gelegenheit auch eine Stromverbindung durch die Ostsee nach Dänemark und Schweden.

 Seit gut vier Jahren richten die Kieler Wirtschaftsförderungsgesellschaft KiWi, das Maritime Cluster Norddeutschland und der Verband Windcomm den „Branchenfokus: Windindustrie“ aus. Während in früheren Veranstaltungen noch vehement über Planungs- und Kompetenzchaos geklagt und die Notwendigkeit eines „Masterplans“ betont wurde, geben sich nun allerdings die Vertreter des Hochspannungsgewerbes deutlich entspannter. Das hat nach Einschätzung der Rechtsanwältin Ursula Prall, beschäftigt bei der auf Energiewirtschaft spezialisierten Kanzlei Becker Büttner Held, tatsächlich mit erheblichen Fortschritten in Sachen Planungssicherheit zu tun. Zwar heißt es nicht Masterplan, sondern Bundesfachplan, doch der Effekt ist derselbe: Im Verbund mit Vorgaben der Länder und dem Offshore-Netzentwicklungsplan der Bundesnetzagentur gibt es mittlerweile ein umfassendes Instrumentarium zum Netzausbau in und an Nord- und Ostsee.

 „Es ist ein harter Weg, aber es hat auch schon viel geklappt“, sagt Ursula Prall. Und ganz ähnlich sieht es auch Gunnar Spengel, der als technischer Projektdirektor bei Tennet für das zwei Milliarden Euro teure Vorhaben Nordlink verantwortlich ist. 2020 soll die 623 Kilometer lange Verbindung stehen; und aller Voraussicht nach kann dieser Zeitplan laut Spengel tatsächlich eingehalten werden. Ähnlich zufrieden ist Lorenz Müller, Offshore-Verantwortlicher bei der 50Hertz, mit dem Gang der Dinge: „Es läuft alles auf glatten Wegen.“ Der Windpark Baltic I des Energiekonzerns EnBW liefert bereits seit 2011 Strom, Baltic II soll dieses Jahr fertig sein. Nun hofft Lorenz Müller ebenso wie sein Kollege von Tennet, dass es bald auch mit dem Transport des Stroms nach Süden glatt läuft.

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