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Auftrag an höchstem Gebäude Europas

Kieler Firma "AluHelden" Auftrag an höchstem Gebäude Europas

Die Helden, das sind die Geschäftsführer Joachim Freyermuth (57) und Peter Brügmann (62) und ihre zehn Mitarbeiter, die aus Kiel-Friedrichsort weltweit Baustellen beliefern. Die Ware: speziell gefertigte Aluminiumprofile. Der aktuelle Auftrag ist für den neuen Gazprom-Bau in St. Petersburg.

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Peter Brügmann (links) und Joachim Freyermuth sind die Geschäftsführer des Kieler Unternehmens "AluHelden".

Quelle: Frank Peter

Kiel. Die von den Kielern gefertigten Bauteile sind auf den ersten Blick häufig nicht zu erkennen. Sie dienen als Träger von Glas- oder Marmorplatten an Gebäudefassaden oder zur Verkleidung von Fahrstühlen und S-Bahn-Terminals. Der neueste Auftrag kommt aus St. Petersburg. Hier entsteht das Lakhta Center. Ein Komplex mit einem 462 Meter hohen Turm im Zentrum. Dieser wird damit zum höchsten Gebäude Europas. Der Kern des Mehrzweckgeländes wird zur Zentrale der Gazprom Group. Die Kieler Alu-Experten arbeiten am flachen Nebengebäude und sind dort verantwortlich für die Attika, den Übergang zwischen Dach und Wand.

Paralleles Projekt in London

Gleichzeitig stemmen die „AluHelden“ aktuell ein Projekt namens „Imperial West“ in London. Dort soll ein neuer Campus entstehen. „Unsere Auftragsbücher sind bis zum Januar voll“, sagt Freyermuth, der seit knapp 25 Jahren mit Brügmann ein Geschäftsduo bildet.

Alles begann in einer Garage

Die beiden Maschinenbauingenieure machten sich Anfang der 90er-Jahre selbstständig. „Wir fingen damals in der Garage eines Einfamilienhauses an“, erinnert sich Freyermuth. Dort entwickelten sie zunächst Slipwagen aus Aluminium, später kamen selbstfahrende, elektrische Geländemobile hinzu und Strand-Eiswagen für einen großen europäischen Konzern.

Umzug als Schritt in die Zukunft

Mit dem Umzug im Jahr 2005 in die heutigen Räumlichkeiten in Kiel-Friedrichsort begann der Schritt von der Hand- zur Maschinenarbeit. Die erste Maschine konnte vier Meter lange Rohre bearbeiten – eine Besonderheit in der Branche. „Es hat sich dann herumgesprochen, sodass einige Fassadenbauer auf uns zukamen und wollten, dass wir mit der langen Fräse ein paar Teile für sie bearbeiten“, sagt der Geschäftsführer.

Vertrauensverhältnis zu Kunden hat sich entwickelt

Mittlerweile arbeiten die Kieler mit fünf Maschinen und stehen mit jedem Auftrag vor immer neuen Herausforderungen. „Bei so großen Projekten kommt es darauf an, dass das richtige Teil in der richtigen Ausführung zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Das ist viel wichtiger, als ein etwas teurerer Preis“, erklärt Freyermuth. So habe sich über die Jahre ein Vertrauensverhältnis zu den Kunden entwickelt.

Ein Anbau ist geplant

Der Umsatz des Betriebs nähert sich der Million. Die Kieler wollen wachsen. Deshalb planen die „AluHelden“ aktuell einen 400 Quadratmeter großen Anbau, um neue Maschinen kaufen und Material lagern zu können. Damit auch künftig Bauteile aus Friedrichsort auf Baustellen in der ganzen Welt geliefert werden.

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