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Kieler Großwerft bekommt neuen Chef

ThyssenKrupp-Gruppe Kieler Großwerft bekommt neuen Chef

Am 10. Oktober wird das U-Boot „U 36“ für die Deutsche Marine in Eckernförde in Dienst gestellt. Das Boot mit der Baunummer 399 ist auf absehbare Zeit der letzte U-Bootneubau für die Deutsche Marine. Die Zukunft der rund 2300 der 3344 Mitarbeiter Großwerft ThyssenKrupp Marine Systems hängt jedoch am U-Bootbau.

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Mit „U 36“ wurde auf absehbare Zeit das letzte U-Boot für die deutsche Marine in Kiel gebaut.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Dabei geht es künftig ausschließlich um Exportaufträge aus aller Welt. Und hier will sich die Werft noch näher an den Bedürfnissen der Kunden orientieren. Deshalb hat der Essener Konzern die Geschäftsführung der Werftsparte neu geordnet. Die Entscheidungen wurden am Freitag auf einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung beschlossen.

 Ab sofort ist Peter Feldhaus neuer Vorsitzender der Geschäftsführung der Kieler Großwerft. Der 49-Jährige ist promovierter Chemiker und war zuvor Strategiechef der ThyssenKrupp AG. Er war dabei auch der Chefstratege von ThyssenKrupp-Vorstandschef Heinrich Hiesinger. Bis 2015 war Feldhaus Direktor der Unternehmens- und Strategieberatung McKinsey. Er gilt als Experte für die Energieindustrie und hatte ThyssenKrupp bereits zuvor in verschiedenen Problemfeldern beraten. Dazu gehörte auch die Stahlsparte ThyssenKrupp Steel Europe.

 In Kiel rückt Peter Feldhaus auf den Stuhl von Andreas Burmester (53), der innerhalb der Geschäftsführung jetzt für den Betrieb und die technologische Ausrichtung der Werft zuständig sein wird. Dieser Schritt ist ThyssenKrupp wichtig, damit die Werft im Wettbewerb um einen möglichen kommenden Auftrag zum Bau neuer U-Boote aus Norwegen optimal aufgestellt ist.

 „Diese Personalie ist eine Weichenstellung für die Zukunft des Unternehmens“, sagt Peter Seeger, Kiels IG-Metall-Chef. Der Gewerkschafter wertet den Wechsel des Strategie-Chefs in die Werftsparte auch als ein deutliches Signal, dass man im Konzern an den Schiffbau glaube, sagt Seeger. „Mit der Neuordnung in der Geschäftsführung binden wir das Marinegeschäft sehr viel stärker in die Gesamtstrategie von Industrial Solutions ein und sorgen für mehr Durchschlagskraft in der Auftragsgewinnung und eine höhere Kundenzufriedenheit“, erklärt Jens Michael Wegmann, Vorstandschef der Industrial Solutions bei ThyssenKrupp, zu der auch der Schiffbau gehört. Feldhaus soll die Bereiche Strategie und Vertrieb enger verzahnen. Vorausgegangen war eine Schlappe bei der Vergabe eines Großauftrags aus Australien. Dabei war die Kieler Werft mit ihrem Entwurf gegen ein Boot aus Frankreich unterlegen. Die französischen Boote sind größer und offensiver in der Bewaffnung als die U-Boote aus Kiel. Die Kieler Werft wird mit einem Modernisierungsprogramm auf den Bau neuer U-Boottypen optimiert. Neue Bauplätze und ein neuer Werfthafen für 50 Millionen Euro sollen entstehen.

 Im Auftragsbestand sind derzeit vier U-Boote für Ägypten, zwei U-Boote für Singapur sowie ein U-Boot und vier Korvetten für Israel. In der Türkei werden sechs U-Boote mit Unterstützung und Lieferungen aus Kiel gebaut.

 Evelyn Müller (55) als Finanzchefin und Sabine Maaßen (50) als Personalchefin komplettieren den Umbau an der Spitze der Kieler Werft.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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