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Hafen trotz Minus beim Güterumschlag zufrieden

Jahresbilanz Hafen trotz Minus beim Güterumschlag zufrieden

Der Kieler Hafen hat sich in einem schwierigen Jahr behauptet. Der Umschlag von Gütern ging 2015 jedoch um rund 272 000 Tonnen auf 6,155 Millionen (Minus 4,2 Prozent) zurück. Das war der erste Rückgang beim Umschlag seit 2010 in Kiel.

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SCA-Papier im Ostuferhafen: Für 2016 erwartet der Hafen hiermit wieder einen Zuwachs beim Umschlag.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Der Kieler Hafen hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Nachdem 2014 die Bilanz ein Minus aufgewiesen hatte, jedoch die Tonnage einen Zuwachs, kam es 2015 genau anders herum. Es gab ein Minus beim Umschlag, aber trotzdem einen kleinen Zuwachs beim Umsatz. Der Umschlag von Gütern sank gegenüber 2014 um rund 272000 auf 6,155 Millionen Tonnen (minus 4,2 Prozent). Es war der erste Rückgang beim Umschlag seit 2010 in Kiel. Die Zahl der über den Seehafen reisenden Menschen stieg um 40437 auf 2,07 Millionen Passagiere. Das entspricht einem Zuwachs von zwei Prozent. Allein der Kreuzfahrtsektor meldete einen Zuwachs von fast 30 Prozent auf 458152 Passagiere.

„Wir sind mit dem Jahr ganz zufrieden. Obwohl es wegen der anhaltenden Sanktionen im Russlandgeschäft einen deutlichen Rückgang gab, haben wir unterm Strich nur ein leichtes Minus beim Umschlag“, sagte Dirk Claus, Geschäftsführer der Seehafen Kiel GmbH. Um fast 35 Prozent ging der Kohleumschlag am Gemeinschaftskraftwerk zurück. Aber auch mit den Fähren wurden fast 130000 Tonnen weniger als 2014 umgeschlagen. Zuwächse gab es beim Import von Volvo-Neuwagen sowie beim Lkw-Verkehr und dem kombinierten Umschlag von Ladungseinheiten vom Schiff auf die Schiene.

Für 2016 wieder Umschlag-Zuwachs erwartet

Für 2016 erwartet der Hafen wieder einen Zuwachs beim Umschlag. Grund ist die Einbindung Kiels in das Liniennetz der schwedischen Reederei SCA, mit deren Schiffen zukünftig fast eine Million Tonnen Papier aus Schweden in den Ostuferhafen gebracht werden sollen. Die Frachtfähren „Östrand“, „Obbola“ und „Ortvikken“ sind bereits regelmäßig im Ostuferhafen. Dieser Umschlag erfolgte bislang in Lübeck. „Kiel bietet für uns die besseren Perspektiven in der Zukunft“, sagte SCA-Geschäftsführer Jörn Grage bei der Vorstellung der Pläne am Dienstag. Kiel liegt nah am Nord-Ostsee-Kanal und hat im Ostuferhafen alle Optionen für den Umschlag von Papier. Die Firma war bislang in Lübeck ansässig und verschifft hochwertige Papierprodukte für Zeitungen und Zeitschriften nach West- und Mitteleuropa. Grage zieht dafür auch im Sommer mit der SCA-Verwaltung von Lübeck nach Kiel um. Bemerkenswert: Der Papierkonzern ist auch der größte Waldeigentümer Schwedens. „Das Unternehmen besitzt im Norden Schwedens eine Waldfläche von der Größe Niedersachsens“, berichtet Grage.

Foto: Die "Östeand" im Ostuferhafen. (FB)

Im Fährverkehr gab es bei den Passagieren einen Rückgang um 4,1 Prozent auf den Routen nach Norwegen und Schweden. „Hauptursache dafür waren die langen Werftliegezeiten der Schiffe im Frühjahr“, sagte Claus. Zeitweise waren im ersten Quartal drei der vier großen Skandinavienfähren zeitgleich für Nachrüstungen in der Werft. „So etwas ist dann schwer zu kompensieren“, sagt Claus. Das dickste Plus hat bei den Fähren die Stena Line eingefahren. 386000 Passagiere beförderten die Schweden. „41 Prozent davon waren Deutsche, 40 Prozent waren Schweden und elf Prozent Holländer“, sagte Martin Wahl von der Stena Line. Auch die Zahl der Pkw stieg um ein Prozent auf 98000.

Kreuzfahrer melden Rekord

Im Kreuzfahrtgeschäft gab es 2015 einen Rekord. Mit 458152 Passagieren wurde die höchste Zahl seit Beginn dieses Geschäfts verzeichnet. Für 2016 sind die Prognosen in Kiel aber noch verhalten. Die Zahl der Schiffsbesuche ist bisher niedriger als erhofft. Allerdings werden die Kreuzfahrtschiffe größer. „Wir erwarten 2016 den 2500. Anlauf eines Kreuzfahrtschiffes in unserem Hafen“, sagte Claus. Die Zahl der angemeldeten Schiffsbesuche liegt derzeit bei 116. Im Jahr 2015 hatte es 132 Anläufe in Kiel gegeben.

Keinen Fortschritt machen die Planungen zur Realisierung eines Landstromanschlusses für Schiffe. Gründe dafür sind der niedrige Ölpreis sowie Überlegungen bei den Reedereien. „Letztlich brauchen wir einen Kunden, der den Anschluss auch annimmt“, sagte Claus. Die Reedereien planen Alternativen wie das verflüssigte Erdgas (LNG), das beispielsweise Aida Cruises bis 2030 für den Großteil seiner Flotte nutzen möchte.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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