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Auf der Suche nach einer neuen Heimat

Kieler IT-Dienstleister Consist Auf der Suche nach einer neuen Heimat

Der Software-Spezialist Consist hat ein weiteres Rekordjahr hinter sich, Umsatz und Mitarbeiterzahl sind zweistellig gewachsen. Allerdings wird der Standort in Kiel-Friedrichsort mittlerweile zu klein für das Unternehmen.

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Martin Lochte- Holtgreven ist Geschäftsführer von Consist.

Quelle: Consist Software Solutions GmbH

Kiel. Bei aller Freude über diese Entwicklung ist Geschäftsführer Martin Lochte-Holtgreven (58) auch eine gewisse Anspannung anzumerken: Denn der Unternehmenssitz, das ehemalige Kameradschaftsheim der Kaiserlichen Marine in Kiel-Friedrichsort, ist längst zu klein geworden.

Rund 100 Mitarbeiter haben bereits in leerstehenden Gebäuden der benachbarten Lindenau Werft eine neue Unterkunft gefunden, aber das soll keine Dauerlösung sein. „Wir platzen aus allen Nähten“, sagt Lochte-Holtgreven. Noch in diesem Jahr soll die Entscheidung über einen neuen Standort fallen. Gespräche mit der Stadt laufen schon länger, bislang ohne finalen Erfolg: „Wir leiden darunter, dass in den letzten zehn Jahren keine großen Gewerbeflächen geschaffen wurden.“ Gleichwohl hat der Consist-Chef sein Lächeln nicht verloren: „Ich bin optimistisch, dass wir in Kiel eine neue Heimat finden.“

 Langweilig wird es für Lochte-Holtgreven ohnehin nicht, auch wenn er bereits zwei Jahrzehnte Geschäftsführer ein und desselben Unternehmens ist: „Wir erleben in der IT eine unglaublich spannenden Entwicklung, die praktisch die gesamte Branche umkrempelt.“ Genau genommen jedoch ist Consist gar nicht mehr das Unternehmen, als das es 1994 als Ausgründung der damaligen Krupp Mak unter dem Namen Mak Data Systems an den Start gegangen ist. Umsatz? Von 1,7 Millionen auf 26 Millionen Euro verfünfzehnfacht. Mitarbeiterzahl? Von 40 auf 168 vervierfacht. Allein im Geschäftsjahr 2015 kletterten die Erlöse um 14 Prozent, angefeuert vor allem durch eine rekordverdächtige Nachfrage im Bereich „Managed Services“, also der Wartung und dem Betrieb von Softwaresystemen von Unternehmen, und im Projektgeschäft, der Entwicklung von speziell auf Kundenbedürfnisse zugeschnittenen Softwarelösungen.

 Auch wenn das Volumen noch überschaubar ist, sieht Lochte-Holtgreven im Big-Data-Geschäft riesiges Wachstumspotenzial. Denn der Bedarf an Software für den effizienten und sicheren Umgang mit riesigen Datenmengen wächst enorm. Dass etwa in Produktionsprozessen oder beim Management von Fahrzeugflotten gigantische Datenmengen anfallen, ist nicht neu. Neu hingegen ist die Möglichkeit, diese Datenmengen so aufzuarbeiten und zu analysieren, dass sie zum Beispiel helfen, teure Pannen zu verhindern oder Wartungsintervalle zu optimieren. Statt Ventile, Antriebswellen oder Bremsbeläge in festen Intervallen auszutauschen, werden Komponenten erst dann erneuert, wenn sie sich der Verschleißgrenze nähern. „Über innovative Big-Data-Projekte gewinnen wir zunehmend wichtige Neukunden“, sagt Lochte-Holtgreven. Aktuell beschäftigt das Unternehmen bereits mehr als 20 zertifizierte Spezialisten für Big-Data-Technologien. Aber auch das Thema IT-Sicherheit gewinnt an Bedeutung. Kunden hat das Unternehmen fast in allen Branchen, Schwerpunkte bilden Banken und Versicherungen, die Logistikwirtschaft und die maritime Industrie.

 Weil die Kunden längst aus dem gesamten Bundesgebiet kommen, hat Consist zu den Geschäftsstellen in Berlin und einem Büro in Braunschweig jüngst eine Dependance in Frankfurt eröffnet. Auch im laufenden Jahr soll die Zahl der Mitarbeiter steigen – wenn auch nicht ganz so rasant wie 2015 mit einem Plus von 30 Beschäftigten.

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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