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HaGe-Chef Klausen muss gehen

Kieler Landhandelskonzern HaGe-Chef Klausen muss gehen

Der Landhandelskonzern Hauptgenossenschaft Nord AG (HaGe Kiel) trennt sich zum 1. Oktober von seinem Vorstandsvorsitzenden Carsten Klausen: Das teilte das Unternehmen nach einer Sitzung des Aufsichtsrates mit. Als Grund dafür werden schlankere Prozesse und überarbeitete Kostenstrukturen angegeben.

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Halbierter Vorstand: Nach der Abberufung des HaGe-Vorstandsvorsitzenden Carsten Klausen (2.v.re.) und dem Weggang von Finanzvorstand Ulrik Schlenz (re.) bilden jetzt Markus Grimm (li.) und Henrik Madsen das neue Führungsduo.

Quelle: muenchow.de

Kiel. Dem verkleinerten Vorstand gehören demnach künftig Henrik Madsen als Sprecher sowie Markus Grimm an. „Die Entscheidung des Aufsichtsrates, Carsten Klausen abzuberufen, hat mich überrascht“, sagte HaGe-Vorstand Markus Grimm auf Nachfrage.

 Der 50-Jährige war erst im März 2014 vom Mehrheitsgesellschafter der HaGe, dem dänischen Agrarunternehmen DLG, in Kiel installiert worden. DLG-Konzernchef Kristian Hundebøll wollte damit die Geschäftsverbindung zwischen der DLG und der HaGe optimieren, um die Wettbewerbsfähigkeit des Kieler Unternehmens zu stärken. Im Mai hatte bereits Finanzvorstand Ulrik Schlenz überraschend das Unternehmen verlassen. Bis März 2014 hatte Schlenz zeitweise den Vorstandsvorsitz inne und wurde anschließend vom Dänen Carsten Klausen abgelöst. Nach HaGe-Angaben sollen nun mit dem verkleinerten Vorstand effizienzsteigernde Maßnahmen und Synergien im Konzernverbund besser umgesetzt werden können, um die Position des Unternehmens auf dem deutschen Markt weiter zu festigen.

 Der Landhandelskonzern hatte zuletzt einen rückläufigen Umsatz von 2,85 auf 2,66 Milliarden Euro 2014 verzeichnet, auch der Gewinn vor Zinsen und Steuern sank auf 18,7 Millionen Euro (2013: 34,3 Millionen). Erst vor einer Woche hatte die HaGe angekündigt, 13 Lager-Standorte in Schleswig-Holstein zu schließen und dies mit dem immer stärkeren Wettbewerbsdruck begründet. Um die anstehenden Aufgaben bewältigen zu können, soll deshalb die zweite Management-Ebene mehr in die Verantwortung genommen werden, erläuterte HaGe-Vorstand Grimm. Wichtig sei jetzt aber, nach einer starken Wachstumsphase mit Betriebsübernahmen den Fokus verstärkt auf die landwirtschaftlichen Kunden zu legen. „Der Vertrieb ist eine lokale Aufgabe, das geht nur von hier aus.“

 Die HaGe Kiel gehört zu den großen Landhandelskonzernen in Deutschland und beschäftigt etwa 1800 Mitarbeiter. Der Agrarhandel wird in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern sowie den übrigen neuen Bundesländern direkt mit der Landwirtschaft betrieben. Über die Tochter BSL bedient die HaGe den gesamten deutschen Markt mit Dünger, Pflanzenschutzmitteln und Saatgut. In der internationalen Getreidevermarktung ist die HaGe mit eigenen Umschlaganlagen in Kiel, Rostock und Hamburg tätig und hat im vergangenen Jahr die Hälfte der deutschen Drittlandsexporte abgewickelt.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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