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Klausen: Viel Arbeit im Maschinenraum

Kieler Landhandelskonzern HaGe Klausen: Viel Arbeit im Maschinenraum

Der Kieler Agrarhandelskonzern Hauptgenossenschaft Nord AG (HaGe) setzt auf einen Masterplan: Alle Unternehmensprozesse sollen weiter optimiert und Kosten gesenkt werden, um die Ertragslage zu steigern. „Wir müssen 2015 wieder ein besseres Geschäft machen“, sagte am Donnerstag HaGe-Vorstandsvorsitzender Carsten Klausen während der Mitgliederhauptversammlung in der Halle 400 in Kiel.

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Der HaGe-Vorstand will weiter Kurs halten (v.l.): Markus Grimm, Henrik Madsen, Carsten Klausen und Ulrik Schlenz.

Quelle: muenchow.de

Kiel. Demnach seien in diesem Jahr keine großen Investitionen oder Zukäufe geplant: „Wir wollen den Maschinenraum besser machen und weitere Synergien im Konzern heben, um auf dem hart umkämpften Markt wettbewerbsfähiger zu sein“, betonte Klausen. Finanzvorstand Ulrik Schlenz räumte ein: „Wir haben unsere selbst gesteckten Ziele nicht erreicht.“ Im gesamten Konzern sank der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent auf rund 2,7 Milliarden Euro, davon setzte die HaGe selber 1,7 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,8 Mrd.) um.

 Eine Dividendenzahlung an die Aktionäre blieb dieses Mal aus: Der Gewinn des Kieler Landhandelsunternehmens von insgesamt 5,5 Millionen Euro (Vorjahr: 16,7 Mio.) soll komplett in die Gewinnrücklage fließen. „Die Stabilität des Unternehmens hat Vorrang. Deshalb werden wir weiter daran arbeiten, unsere gute Eigenkapitalquote von derzeit 48,7 Prozent zu erhöhen“, betonte Schlenz. Die Zeichen für eine weitere Umsetzung des Konsolidierungsplanes stünden gut: „Wir sind mit einem soliden Ergebnis in dieses Jahr gestartet.“ Das Hauptgeschäft macht die HaGe mit der Vermarktung von Getreide, Raps und Hülsenfrüchten, weitere Schwerpunkte bilden der Handel mit Pflanzenschutzmitteln, Düngemittel, Saaten und Futtermitteln für die Landwirtschaft.

 Hauptgesellschafter der HaGe ist der dänische DLG-Konzern (54,35 Prozent) und der schwedische Landhandelskonzern Lantmännen (40,08 Prozent), nur noch wenige Prozent sind im Streubesitz. Das stimmte gestern auf der Hauptversammlung manchen Kleinaktionär nachdenklich: Ob die ausbleibende Dividende ein Zeichen dafür sei, „dass uns die Hauptaktionäre den Spaß nehmen und uns vergraulen wollen“, wollte einer wissen. Kristian Hundebøll, Vorsitzender des Aufsichtsrates, beschwichtigte: „Die weitere Stärkung des Eigenkapitals ist kriegsentscheidend, der internationale Wettbewerb wird immer intensiver.“ Die etwa 1000 Einzelaktionäre seien aber sehr wichtig für das Unternehmen, um so die Bindung in die Region zu gewährleisten.

 Wegen des Verdachts auf verbotene Preisabsprachen im Großhandel mit Pflanzenschutzmitteln ermittelt das Bundeskartellamt auch bei der HaGe und deren Tochter BSL, die den gesamten deutschen Markt mit Dünger, Pflanzenschutzmittel und Saatgut bedient. „Wir unterstützen die Ermittlungen des Kartellamtes vollumfänglich, das Verfahren läuft“, teilte HaGe-Vorstand Schlenz den Aktionären gestern mit. Durchsuchungen habe es jedoch nicht gegeben. Anfang März hatten Fahnder auf Beschluss des Amtsgerichts Bonn die Büroräume von Europas größtem Agrarhändler Baywa mit Hauptsitz in München und sieben weitere Unternehmen durchsucht.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion