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Russland-Krise schadet der Wirtschaft

Schleswig-Holstein Russland-Krise schadet der Wirtschaft

Schleswig-Holsteins Wirtschaft leidet verstärkt unter der Russland-Krise. Die Exporte sind eingebrochen. Besonders betroffen sind Auto-Industrie, Maschinenbau und Ernährungswirtschaft. Wirtschaftsminister Reinhard Meyer befürchtet langfristige Folgen.

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Schleswig-Holsteins Wirtschaft leidet verstärkt unter der Russland-Krise. Die Exporte sind eingebrochen. Besonders betroffen sind Auto-Industrie, Maschinenbau und Ernährungswirtschaft.

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Kiel. Die Sanktionen gegen Russland machen nach Einschätzung von Wirtschaftsminister Reinhard Meyer zunehmend der schleswig-holsteinischen Wirtschaft zu schaffen. „Vor allem die Automobilbranche, aber auch der Maschinenbau und die Ernährungswirtschaft sind stark betroffen“, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Ein aktuelles Beispiel sei die Großmeierei Holtsee bei Gettorf, die infolge des weggebrochenen Russland-Marktes massiv unter Umsatz-Einbußen leide. Auch andere Nahrungsmittelproduzenten im Land hätten wegen der Entwicklung um Russland Probleme.

„Unsere Wirtschaftsförderungsgesellschaft WTSH, aber auch die Industrie- und Handelskammern bieten deshalb seit Jahresbeginn bereits regelmäßig „Russlandsprechtage“ an“, sagte Meyer. Bei den Unternehmen stoße dies auf sehr großes Interesse.

Schleswig-Holsteins Ausfuhren nach Russland seien im vorigen Jahr um 31 Prozent eingebrochen, sagte Meyer. Beim Import betrage das Minus mittlerweile mehr als 13 Prozent. „Im Ranking und damit in der Bedeutung der Ausfuhrpartnerländer Schleswig-Holsteins ist Russland im Jahr 2014 damit von Rang 11 auf Rang 17 zurückgefallen.“

Klagen erreichen das Wirtschaftsministerium auch aus den Reihen der Logistik-Unternehmen. „Hier sehen sich einige Betriebe durch die ausfallenden Transportaufträge bereits akut in ihrer Existenz gefährdet“, sagte Meyer. Er sieht die Gefahr, dass sich über die aktuellen Einbußen hinaus für die Wirtschaft in Schleswig-Holstein die Geschäfte dauerhaft verlagern werden. „Die Russische Föderation dürfte sich mittel- und langfristig umorientieren und ihre Geschäfte künftig beispielsweise verstärkt mit China betreiben.“ Dabei seien die Exportrückgänge keineswegs ausschließlich auf die von der EU verhängten Sanktionen zurückzuführen, sondern auch auf die schlechte Konjunkturentwicklung in Russland generell.

Nach Angaben des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft nimmt die wirtschaftliche Dynamik in Russland bereits seit fast drei Jahren deutlich ab. „Oben drauf kommen nun noch die Sanktionen, die die russische Wirtschaft insbesondere im Finanzsektor treffen“, sagte Meyer. „Die Möglichkeiten für russische Banken, sich am Markt zu finanzieren, haben sich deutlich verschlechtert.“

Konkrete Folgen habe die Entwicklung auch für die Häfen, sagte Meyer. So sei der für Schleswig-Holstein enorm wichtige Umschlagplatz Hamburg aufgrund der Russland-Krise von Rang 2 auf Rang 3 der europäischen Häfen gerutscht. „Der Hamburger Hafen hat für Wachstum und Beschäftigung in Schleswig-Holstein eine immense Bedeutung, so dass auch von dort erst einmal kurz- und mittelfristig nur verhaltene Wirtschaftsimpulse zu erwarten sind“, sagte Meyer.

Betroffen seien auch die schleswig-holsteinischen Häfen. Zwar habe der Verfall der russischen Währung bereits im letzten Jahr dazu geführt, dass verstärkt Forstprodukte aus Russland importiert wurden. Aber für den Kieler Seehafen, seit mehr als 20 Jahren Marktführer bei direkten Fährverbindungen ins Baltikum und nach Russland, habe es auch Rückschläge gegeben. „So führte die Russlandkrise bislang zu einem Rückgang des Transportvolumens um knapp sechs Prozent.“

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