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Mehr als nur Programme verkaufen

Kieler Softwareunternehmen knk Mehr als nur Programme verkaufen

Organisationsberatung mit Informationstechnologie verbinden: Aus der Idee, die Knut Nicholas Krause als 19 Jahre junger Bank-Azubi realisierte, entstand 1988 die heutige knk Business Software AG und mithin eine echte Wachstumsmaschine.

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Knut Nicholas Krause (CEO), Julia Redner und Thomas Kasten (von links) freuen sich über den großen Preis des Mittelstandes.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. Die Geschäftsidee kommt heutzutage wenig bahnbrechend daher, war aber vor 27 Jahren ein höchst innovativer Ansatz. Nach kleinsten Anfängen mauserte sich die Firma zum international vernetzten 120 Mitarbeiter-Unternehmen.

Materialbeschaffung, Arbeitsorganisation, Personalmanagement, Buchhaltung, Marketing: Die Abläufe in größeren Betrieben gestalten sich sehr ähnlich, wurden vor einem Vierteljahrhundert allerdings meist noch eher irgendwie als mit systematischer Rechnerunterstützung ausgestaltet. Knut Nicholas Kruse erkannte das brachliegende Potenzial und wurde einer der ersten deutschen Partner der dänischen Software-Schmiede Navision, die zu den Pionieren des computergestützten „Enterprise-Resource-Planning“ (ERP) zählt. Wobei die knk zunächst noch in Frankfurt am Start war, aber bereits 1990 nach Kiel umzog, weil Jungunternehmer Krause erst nochmal Betriebs- und Volkswirtschaftslehre studieren wollte. Was im Nachhinein für die Wirtschaftslandschaft an der Förde als Glücksfall betrachtet werden darf, denn abgesehen von wenigen global bedingten Ausnahmen ging es mit der knk stetig aufwärts.

„Ausgesprochen erfreulich“, so berichtet der kaufmännische Geschäftsführer Thomas Kasten, gestaltet sich sogar das laufende Geschäftsjahr. Erwartet wird ein sattes Umsatzplus von mehr als 20 Prozent, und 2016 könnte es angesichts voller Auftragsbücher ähnlich weitergehen.

Eigene Software machte den Erfolg aus

Ganz überwiegend verdanken die Kieler, die am Stammsitz etwa 80 Arbeitskräfte beschäftigen und weitere 40 Mitarbeiter in Hamburg, Frankfurt, München, Paris und den USA haben, den Erfolg ihrer Software knkVerlag. Basierend auf den Standards der Software Microsoft Dynamics NAV, in der 2002 Navision aufgrund der Übernahme durch den US-Konzern aufging, baute knk ein maßgeschneidertes Programm für Verlagshäuser. So wird beispielsweise vom Manuskript übers Lektorat bis zum Marketing, zur Honorierung der Autoren und schließlich zur Publikation in gedruckter und digitaler Form ein komplettes Paket für die Branche geboten. Und die, so erläutert Marketing-Leiterin Julia Redner, greift gerne zu. Das seit einiger Zeit gerade auch deshalb, weil der digitale Wandel viele Verlage vor Herausforderungen stellt und die Software aus Kiel das Potenzial bietet, durch Prozessoptimierung Kosten zu sparen. Rund wird die Sache aufgrund der traditionell beratungsorientierten Ausrichtung der knk. „Wir setzen den Kunden nicht einfach eine Software vor, sondern beziehen die Mitarbeiter durch Workshops und in vielen anderen Formen ein“, erklärt Julia Redner. Erfolgreiche Veränderungen lassen sich nach knk-Philosophie schließlich nur durchsetzen, wenn das Personal mitspielt.

Microsoft als langjähriger Partner

In anderer Hinsicht zeigt sich ebenfalls der Trend zum Kostenbewusstsein. Während noch vor einiger Zeit viele Kunden strikt nach individuellen Lösungen für ihre Häuser verlangten, geht es heute Richtung Standardisierung, weil es dann deutlich günstiger wird. Ein weiterer Vorteil: In Verbindung mit Cloud-Diensten, die knk zusammen mit regionalen Spezialisten anbietet, wird auch die Wartung einfacher und sicherer.

Auch die langjährige Kooperation mit Microsoft ist ein wesentliches Standbein des Unternehmens. Seit 2005 ist die knk lizenzierter Partner für ERP-Software und betreut Kunden in der Region ebenso wie in Deutschland und dem Ausland. Auch das hat dazu beigetragen, dass das Unternehmen vor wenigen Wochen mit dem „Mittelstandsoskar“ der Oskar-Patzelt-Stiftung ausgezeichnet worden ist. Was knk-Vorstand Krause vor allem als „Anerkennung für unsere Mitarbeiter“ betrachtet. Die braucht man in den beiden Häusern in der Beselerallee und im Brauereiviertel künftig dringender denn je. Allein für kommendes Jahr sind zehn Neueinstellungen geplant.

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