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Zu heiß für die "Höhle der Löwen"

Kieler Start-up Vulpés Zu heiß für die "Höhle der Löwen"

Kein Deal für Vulpés: Die Kieler Johanna Wiese und Rustam Ismailov konnten mit ihrer beheizbaren Kleidung die Investoren in der "Höhle der Löwen" nicht überzeugen.

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Die Vox-Löwinnen Dagmar Wöhrl (l.) und Judith Williams testen die beheizbare Mütze von Vulpés.

Quelle: MG RTL D / Frank W. Hempel

Kiel. Warme Füße und Ohren dank intelligenter Kleidungsstücke - damit wollten die Gründer Johanna Wiese (24) und Rustam Ismailov (30) die Vox-Löwen begeistern. In den Mützen und Einlegesohlen der Kieler stecken Lithium-Polymer-Batterien, Bluetooth-Chips und Heizdrähte, damit sich die Kleidung aufwärmt und sich die Temperatur per Handy steuern lässt. Zehn Prozent der Firmenateile boten die Gründer den TV-Investoren an - für 200.000 Euro.

Zwar waren die beiden "Frostbeulen" unter den Löwen, Judith Williams und Dagmar Wöhrl, beim Test der Produkte vom schnellen Aufwärmen und dem hochwertigen Material begeistert. Geld in das Start-up stecken wollte aber keine der Damen. "Ambitionen machen ja noch keinen Wert", so Wöhrl. "Die Bewertung geht mir an der Realität zu stark vorbei." Ähnlich argumentierten auch Williams und Carsten Maschmeyer. "Mit einer Bewertung von zwei Millionen rufen sie einen ganz heißen Preis auf", sagte der Finanzunternehmer. "Als Investor bekomme ich da kalte Füße."

Auch Ralf Dümmel biss nicht an, weil seine Firma DS Produkte selbst mit beheizbarer Kleidung am Markt sei. Frank Thelen bemängelte zuerst die Nutzerfreundlichkeit der Sohlen. "Meine Mutter holt ihre Sohlen doch nicht jeden Tag aus den Schuhen wieder raus und klemmt die an USB-Aufladegeräte", kritisierte er. Zwar lobte der Tech-Investor die Idee, weil der Bereich intelligente Kleidung ein großer Zukunftsmarkt sei. Gleichzeitig berge das aber auch Gefahren: "Der Markt ist hart umkämpft. Wenn ihr euch breit aufstellt, seid ihr chancenlos", so Thelen. "Ihr müsst euch eine Nische suchen und dort Exzellenz liefern."

Die Hinweise der Löwen wollen sich die Kieler zu Herzen nehmen. "Natürlich ist es schade, wenn alle Löwen sagen: Nein", so Johanna Wiese nach dem Auftritt. "Aber sie haben uns gute Sachen mit auf den Weg gegeben. Daran wollen wir uns orientieren."

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Ein Artikel von
Anne Holbach
Wirtschaftsredaktion

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