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1300 Demonstranten bei IG Metall-Protest

Kieler Werft 1300 Demonstranten bei IG Metall-Protest

Bei einer Protestkundgebung der IG-Metall auf dem Gelände der Werft ThyssenKrupp Marine Systems haben am Dienstag in Kiel laut Polizei rund 1300 Menschen demonstriert. Sie unterstützten die Forderungen der Gewerkschaft in der laufenden Tarifrunde

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Mit Trillerpfeifen und Plakaten machten sie ihren Unmut an der bisherigen Haltung der Arbeitgeber deutlich.

Quelle: Matthias Hoenig/ dpa

Kiel. In der Woche der Entscheidung im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie haben am Dienstag Tausende Beschäftigte im Norden gegen das bisherige Arbeitgeber-Angebot protestiert. Rund 38 600 Beschäftigte aus 150 Betrieben in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordwestniedersachsen und Schleswig-Holstein beteiligten sich nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall Küste mit Arbeitsniederlegungen am „Küstenaktionstag“.

Bei Demonstrationen und Kundgebungen zwischen Emden und Rostock, Flensburg und Lübeck reagierten die Beschäftigten auf die angebotene Entgeltsteigerung von 2,1 Prozent plus Einmalzahlung von 0,3 Prozent bei 24 Monaten Laufzeit mit „Buh“-Rufen und Trillerpfeifenkonzert. Die Gewerkschaft fordert 5,0 Prozent mehr Entgelt für die 140 000 Beschäftigten ihrer Branche. Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Nordmetall, Thomas Lambusch, wertete den Warnstreik als „verantwortungslose Gewerkschaftsfolklore“.

Den größten Zulauf hatte der Warnstreikaufruf in Hamburg mit 19 900 Beteiligten — von Airbus bis Vattenfall. Mehr als 4000 Arbeitnehmer kamen laut IG Metall zur Kundgebung. „Ihr habt eindrucksvoll gezeigt, dass ihr hinter dieser Forderung steht“, dankte der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Meinhard Geiken, für den Rückhalt aus den Belegschaften. „Die Arbeitgeber haben es jetzt in der Hand, einen Kompromiss vorzulegen, über den wir verhandeln können.“

Ebenfalls am Dienstag beschloss der Vorstand der IG Metall in Frankfurt, die Verhandlungen an diesem Donnerstag im mitgliederstärksten Tarifgebiet Nordrhein-Westfalen fortzusetzen; verhandelt wird in Köln. Am Montag hatten sich Gewerkschaft und Arbeitgeber in der NRW-Stadt Neuss in der vierten Runde so weit angenähert, dass offenbar beide Seiten einen Durchbruch für möglich halten. „Den Arbeitgebern muss klar sein: Besser wir erreichen jetzt einen Kompromiss als nach einer harten Auseinandersetzung“, sagte Geiken. Sollte vor Pfingsten kein Lösungsvorschlag auf den Tisch kommen, will die IG Metall Küste mit 24-stündigen Warnstreiks weitermachen.

Unter dem Motto „Wir für Mehr“ streckten die Demonstranten in Hamburg die Finger einer Hand in die Höhe, um ihre Entgeltforderung zu symbolisieren. Die Jugendvertreterin der Gewerkschaft, Laura Papke (21), verwies auf steigende Kosten für Miete, Fahrgeld und Kleidung, die schon Auszubildende zu tragen hätten. „Und das bedeutet nicht, dass wir jede Woche shoppen oder ins Kino gehen.“

„Wenn es nach den Arbeitgebern ginge, wäre jede Lohnforderung falsch“, sagte Geiken. Die 5,0 Prozent seien aber mehr als berechtigt, weil die Wirtschaft floriere. Der Nordmetall-Präsident Lambusch verwies jedoch darauf, dass viele Betriebe, „die ohnehin unter Auftragsrückgängen und der schwächelnden Weltkonjunktur leiden“, durch eine ganztägige Lahmlegung zusätzlich belastet würden.

In den anderen Küstenregionen sah die Beteiligung an den Warnstreiks nach Gewerkschaftsangaben wie folgt aus:

Bremen: 5 390 Beschäftigte aus 18 Betrieben, Bremerhaven: 800 Beschäftigte aus 7 Betrieben.

Nordwestniedersachsen: 4 800 Beschäftigte aus mehr als 30 Betrieben.

Mecklenburg-Vorpommern: 1 420 Beschäftigte aus 12 Betrieben.

Schleswig-Holstein: 6 300 Beschäftigte aus 45 Betrieben.

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