21 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
12. Weltwirtschaftlicher Preis verliehen

Kieler Woche 12. Weltwirtschaftlicher Preis verliehen

Es ist das wirtschaftspolitische Highlight der Kieler Woche: Im Rahmen einer Festveranstaltung im Haus der Wirtschaft ist am Sonntag der 12. Weltwirtschaftliche Preis verliehen worden.

Voriger Artikel
Messe "Husum Wind" geht nach Indien
Nächster Artikel
Schäuble wirbt für Zusammenhalt in Europa

Torsten Albig (SPD,lr), Ministerpräsident Schleswig-Holsteins, Dennis Snower, Präsident des IfW, Friede Springer, Verlegerin, Wolfgang Schäuble (CDU), Bundesminister der Finanzen, Mario Monti, Wettbewerbskommissar der EU, Klaus-Hinrich Vater, Vizepräsident der IHK Schleswig-Holstein und Ulf Kämpfer (SPD) posieren anläßlich der Verleihung des Weltwirtschaflichen Preises.

Quelle: Markus Scholz/dpa

Kiel. Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr der ehemalige EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti und die Verlegerin Friede Springer. Prominenter Festredner ist Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU).

Schäuble machte eindringlich deutlich, dass Europa sich vor Flüchtlingsströmen und den immer zahlreicher werdenden Krisenherden der Welt nicht abschotten könne: "Die reichen Länder werden sich in Zukunft den benachteiligten Staaten deutlich stärker zuwenden müssen." Dies bedeute auch für Deutschland, wirtschaftlich und politisch mehr in Krisenregionen zu investieren als heute.

 IfW-Präsident Dennis Snower würdigte den "Mut zur Verantwortung" und das Engagement beider Preisträger für Integration und Völkerverständigung in Europa. So gebe es in der heutigen Zeit "kaum einen überzeugteren Europäer" als Mario Monti. Mit seiner Politik habe er es geschafft, Italien aus dem Zentrum der Finanzkrise herauszuführen. Monti  sei stets bewusst gewesen: Ohne Disziplin, ohne Regeltreue sei dieses "großartige Projekt Europa" zum Scheitern verurteilt. Und Friede Springer habe  den Kampf ihres vor über 30 Jahren verstorbenen Mannes für Freiheit in Europa und für die Aussöhnung zwischen den Völkern mit Leidenschaft und Herzblut fortgesetzt. 

Snower warnte mit Blick auf die Flüchtlingskrise und einen drohenden Austritt Großbritanniens vor einer drohenden Desintegration Europas: "Es ist an der Zeit, noch einmal darüber nachzudenken, was eigentlich der Europäische Traum ist." Nur gemeinsam könnten die Staaten Europas die Herausforderungen der Zukunft meistern. "Wer die Integrationsfähigkeit der Flüchtlinge und die Integrationswilligkeit der Bevölkerung im Voraus als unzureichend einschätzt, wer über das soziale Umfeld im Voraus urteilt, statt es zu schmieden, tritt den europäischen Traum mit Füßen."  

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW), die Landeshauptstadt und die IHK Schleswig-Holstein würdigen mit der Auszeichnung Persönlichkeiten, die als Vordenker einer weltoffenen, marktwirtschaftlichen und sozialen Gesellschaft Herausragendes geleistet haben. 

Die nicht dotierte Auszeichnung wird seit  2005 jährlich verliehen. Der Preis soll einen Anstoß geben, die großen weltwirtschaftlichen Herausforderungen durch kreative Problemlösungen zu bewältigen. Ausgezeichnet werden einflussreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, die einen besonderen Beitrag zu einer auf Eigenverantwortung basierenden, sozial verantwortungsvollen Gesellschaft geleistet haben.

Zu den bisherigen Preisträgern gehören der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt, der Friedensnobelpreisträger und Ex-UdSSR-Präsident Michail Gorbatschow, Ikea-Gründer Ingvar Kamprad sowie zahlreiche Wirtschafs-Nobelpreisträger.

Der ursprünglich für den Weltwirtschaflichen Preis 2016 in der Kategorie Wissenschaft nominierte US-Ökonom Oliver E. Williamson konnte den Preis aus persönlichen Gründen nicht in Kiel entgegennehmen. Die Auszeichnung wird deshalb in dieser Kategorie 2016 nicht verliehen. Geplant ist, Oliver Williamson den Preis in einem der nächsten Jahre zu überreichen. 

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

Veranstaltung in...

Aktuelle
Veranstaltungen
und Tagestipps!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten: Wirtschaft 2/3