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Die Prüfer aus Neumünster

Kin Lebensmittelinstitut Die Prüfer aus Neumünster

An Selbstbewusstsein für sein Institut mangelt es ihm nicht: „Wir sind eine Expertenschmiede und in Schleswig-Holstein einzigartig“, sagt Axel Graefe. Gemeint ist das Kin Lebensmittelinstut, das im September 50 Jahre alt wird. Und angesichts massiver Kürzungen der Landesförderung für private Schulen keineswegs kapituliert, sondern sich vielmehr herausgefordert fühlt.

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Einer aus der „Expertenschmiede“: Verfahrenstechniker Gonde Rühs bestückt einen Autoklaven für die Konservenherstellung.

Quelle: Karsten Leng

Neumünster. Gefeiert wird das „halbe Jahrhundert“ am 3. und 4. September 2015 mit einem Technologieforum und einem Jubiläumsabend, auf dem mit Sicherheit der Name Hermann Stock fallen wird: jene Unternehmerpersönlichkeit aus aus Neumünster, die das Konserveninstitut Neumünster 1965 gründete. Zusammen mit Unternehmen der Lebensmittelindustrie, Maschinenbauern wie er selbst, dessen Unternehmen an der Rendsburger Straße sich unter anderem auf den Bau für Autoklaven für die Konservenherstellung spezialisiert hatte. Aber auch zusammen mit Fleischproduzenten und Herstellern von Fertiggerichten.

 1976 zog das Kin an die heutige Adresse an der Wasbeker Straße, wo neben Labor, Technikum und Seminarräumen 80 Appartements für die Schüler angesiedelt sind. Einst residierten hier auch „Studenten“ der Lebensmitteltechnologie aus Vietnam und China. Zwischen 50 und 60 Schüler legen jährlich am Kin ihre Prüfung zum „Staatlich geprüften Lebensmitteltechniker“ ab. „Unsere Absolventen werden bundesweit gern genommen, aber 80 Prozent vermitteln wir an die 270 Mitglieder unseres eingetragenen Vereins aus der Lebensmittel-, Zuliefer- und Verpackungsindustrie.“

 Das Kin fährt mehrgleisig. Die Dienstleistungs GmbH betreibt ein akkreditiertes Prüflabor, in dem nicht nur deutsche Unternehmen ihre Produkte chemisch und mikrobiologisch analysieren lassen. Auch die Entwicklung neuer Technologieverfahren wird vorangetrieben. „Im Bereich der Aus- und Weiterbildung spielen wir in Deutschland in der ersten Liga“, sagt Graefe. Erstmals vor vier Jahren wurde in Zusammenarbeit mit der Steinbeis-Business-Akademie eine berufsbegleitende Ausbildung mit Abschluss als Bachelor angeboten.

 Aber Graefe traut den Lebensmitteltechnikern, die sich ihre zweijährige Vollzeit-Ausbildung in diesem staatlich anerkannten Beruf 15000 Euro kosten lassen, noch mehr zu. Umso empfindlicher traf das Institut die Kürzung der Landes-Finanzspritze, die früher bei 5600 Euro pro Schüler gelegen hatte. Graefe, der im September 2014 seinen Job in der Schweiz aufgab, um nach Neumünster zu wechseln, geht neue Wege. „Wir haben unsere Mitglieder bewusst in die Pflicht genommen und für die nächsten drei Jahre um eine Umlage gebeten. Die Abstimmungsmehrheit war überwältigend.“

 Für den Transformationsprozess hat er dem Kin ein Zeitfenster von drei Jahren gegeben. „Es muss aber auch etwas von der Landesregierung kommen, denn diese Einrichtung ist für das Land unverzichtbar.“ Graefe ist überzeugt, dass „wir das schaffen“. Denn „diese Risiken haben andere Unternehmen auch.“

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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