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Konjunktur im Norden trotz Euro-Krise stabil

Konjunktur Konjunktur im Norden trotz Euro-Krise stabil

Die Wirtschaft in Schleswig-Holstein bleibt trotz anhaltender Euro-Krise überwiegend zuversichtlich. Die Konjunktur entwickelte sich im zweiten Quartal insgesamt zufriedenstellend, berichtete die Industrie- und Handelskammer (IHK) am Donnerstag.

Kiel. Der sogenannte Konjunkturklimaindex fiel zum Vorquartal leicht von 112,8 auf 110,4 Punkte. Damit wurde der Vorjahreswert von 128,3 allerdings klar unterschritten. Maximal möglich sind 200 Punkte. 34,7 Prozent der befragten Unternehmen beurteilten jetzt ihre aktuelle Geschäftslage als gut, 51,3 Prozent als befriedigend und 14,0 Prozent als schlecht. Die IHK hatte rund 2000 Unternehmen befragt.

"Die stabile Konjunkturentwicklung zeigt, dass sich Unternehmen und Verbraucher inzwischen schon an schlechte Nachrichten von der Euro-Front gewöhnt haben", kommentierte IHK-Präsident Christoph Andreas Leicht. "Die aktuelle Geschäftslage wird überwiegend gut oder befriedigend eingeschätzt, und auch die Erwartungen für die weitere Konjunkturentwicklung haben sich angesichts der sich auftürmenden Schuldenberge im Euro-Raum und der Diskussion um die mögliche Vergemeinschaftung der Schulden nur wenig verschlechtert."

Leicht eingetrübt hat sich die Stimmung in der Industrie, weil weniger Aufträge eingehen. Besonders die Hersteller von Investitionsgütern melden Rückgänge aus dem Euro-Raum. Der Bau spürt im Hochbau die gesunkene Investitionsneigung der Unternehmen. Im Handel ist die Lage unterschiedlich: Der Großhandel hat seine Erwartungen wegen der rückläufigen Industrieaufträge gedämpft, während der Einzelhandel im Vergleich zum Vorquartal konjunkturell zulegte. Eine stabile Binnennachfrage und gestiegene Kaufkraft der Verbraucher trugen dazu bei. Den höchsten Wert aller Branchen auf dem Konjunkturklimaindex schafften mit 124,5 Punkten die Dienstleistungsunternehmen - neben der Kreditwirtschaft.

Die Zukunftseinschätzungen der Wirtschaft im Norden haben sich trotz Schuldenkrise und steigender Preise für Rohstoffe und Energie nur leicht eingetrübt. 22,3 Prozent der Unternehmen erwarten eine Verbesserung ihrer Situation, 56,2 Prozent eine gleichbleibende und 21,5 Prozent eine schlechtere Lage.

dpa

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