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Beste Werbung für Kieler Schiffbau

Grünkohlessen UV Nord Beste Werbung für Kieler Schiffbau

Die Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) war in Kiel zu Gast beim Grünkohlessen des UV Nord: Folgerichtig stand der anstehende Auftrag für neue Korvetten der Marine im Mittelpunkt.

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Ursula von der Leyen traf auf Ministerpräsident Torsten Albig, Landtagspräsident Klaus Schlie und Alt-MP Peter Harry Carstensen (von links).

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Die Verteidigungsministerin war gut gelaunt. Dass Schleswig-Holstein im deutschen Glücksatlas zum vierten Mal an der Spitze steht, spüre auch sie, die Frau aus Hannover, hier im echten Norden überdeutlich. Vor allem in diesem Saal, „in diesem – Schloss“. Die Unternehmensverbände aus Schleswig-Holstein und Hamburg hatten am Donnerstagabend ein Who’s who aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ins Kieler Schloss gebeten und dem Ehrengast Ursula von der Leyen (CDU) Schleswig-Holsteins designierten CDU-Parteichef Daniel Günther als Tischherrn zur Seite gesetzt. Gesprächsthemen dürfte es später genug gegeben haben. Allerdings merkte die 58-jährige Politikerin eines sofort kritisch an: Nach ihrer Recherche sei sie in 51 Jahren die erste Frau gewesen, die bei diesem Grünkohlessen die Festrede halten durfte.

Gastgeber Uli Wachholtz hatte die Verteidigungsministerin darauf hingewiesen, dass die wehrtechnische Industrie hierzulande gut aufgestellt und der Bundeswehr mit ihren 15000 Dienstposten in vielen Bereichen ein verlässlicher wie qualifizierter Partner sei. Das gelte insbesondere für den Marineschiffbau. „Hier ist die beabsichtigte Neubeschaffung von Korvetten eine passende Gelegenheit für schleswig-holsteinische Werften, ihre Leistungsfähigkeit erneut unter Beweis zu stellen“, sagte Wachholtz. Im Land seien nicht nur Experten für den Bau von U-Booten beheimatet. Hier habe eine Werftenkooperation auch modernste Überwassermarineschiffe abgeliefert. „Es bietet sich daher an, die Expertise in das Neubauprogramm für die Korvetten einzubeziehen. Bundeswehr und Wehrtechnik haben in Schleswig-Holstein große Bedeutung.“ Dafür gab es lauten Applaus.

Albig springt dem UV-Nord-Chef bei

Unterstützung fand der UV-Nord-Chef beim Ministerpräsidenten. Torsten Albig (SPD) warb dafür, dass die Kieler Kompetenz bei der Vergabe dieses milliardenschweren Auftrags berücksichtigt wird. German Naval Yards habe in Zusammenarbeit mit Thyssen Krupp Marine Systems erst jüngst wieder bewiesen, dass in Kiel modernste Marineschiffe pünktlich und im vereinbarten Kostenrahmen gebaut werden können. „Ich wünsche mir sehr, dass der geplante Auftrag für den Bau neuer Korvetten in einem transparenten, offenen Verfahren vergeben wird“, sagte Albig. „Dann hat Kiel gute Chancen.“ Entscheidungen im Hinterzimmer dürfe es nicht geben.

Von der Leyen ließ sich zu diesem Thema nicht in die Karten blicken. „Das war spannend zu hören“, sagte sie, und: „Ich habe das Lobbying gut verstanden und nehme es mit.“ Ansonsten wollte sich die Ministerin dazu nicht näher äußern. Sie würdigte allerdings ausdrücklich, dass Kiel nicht nur die Wiege des deutschen U-Boot-Baus sei, sondern heute mit Recht als „Schmiede konventioneller U-Boote überhaupt“ bezeichnet werde. „Das Interesse ist weltweit hoch“, sagte sie und spielte auf einen potenziellen Auftrag aus Norwegen an. Die Bundeswehr sei angesichts einer veränderten Sicherheitslage wichtiger denn je. Die Ministerin wies auf ein „zunehmend unberechenbares Russland“ hin, auf den Terror des „Islamischen Staates“ und darauf, dass weltweit 16 Millionen Menschen auf der Flucht sind.

Es war ein gemeinsames Fest von Unternehmern aus Schleswig-Holstein und Hamburg. Ministerpräsident Albig wies darauf hin, dass die länderübergreifende Zusammenarbeit zu den bedeutendsten Themen seines Kabinetts gehöre. Fast jeder fünfte Arbeitsplatz in Hamburg werde von Schleswig-Holsteinern besetzt. Nördlich der Hamburger Stadtgrenze wohnen nach seinen Angaben etwa 155000 Pendler. Der Zusammenarbeit mit den Unternehmensverbänden komme deshalb eine bedeutende Rolle zu.

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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