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Kreuzfahrer gehen auf Nummer sicher

Anmeldungen rückläufig Kreuzfahrer gehen auf Nummer sicher

Der Kanal hat schwere Jahre hinter sich. Im März 2013 begann eine Phase an Ausfällen, Pannen und Reparaturen an den Schleusenanlagen. Seit Dezember sind nun alle vier großen Schleusenkammern in Brunsbüttel und Kiel wieder voll funktionstüchtig. Doch die Auswirkungen dieser Sperrzeiten wirken nach.

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Die „Prinsendam“ der Holland America Line bleibt dem Kanal treu. Das Schiff kommt mit amerikanischen und britischen Gästen auch in diesem Jahr durch den Kanal.

Quelle: Frank Behling

Kiel. In diesem Jahr sind die Anmeldungen von Kreuzfahrtschiffen deutlich zurückgegangen. Viele Reedereien sind auf das Skagerrak ausgewichen und haben neue Routen gewählt. Die Folge: 2016 sind die Anmeldungen von Traumschiffen für den Kanal stark eingebrochen. Nur noch 69 Anmeldungen liegen bislang bei den Kanal-Agenturen Sartori & Berger und UCA für die Saison 2016 vor. 2015 waren es 96 Anmeldungen und davor sogar bis zu 110 Traumschiff-Passagen pro Jahr.

 2014 und 2015 mussten während der Sommermonate Schiffe zum Teil bis zu zwölf Stunden vor den Schleusen warten. Besonders betroffen waren Kreuzfahrtschiffe, die an sehr enge Zeitpläne gebunden sind. „Passagiere sind da nicht so verständnisvoll. Da wird schnell mal Regress gefordert“, sagt Jann Petersen von der Maklerei UCA United Canal Agency. Die Reeder von Kreuzfahrtschiffen waren 2013 durch die Wartezeiten überrascht worden. Da die Reiserouten der Schiffe meist zwei Jahre im voraus geplant werden, sind die Rückgänge jetzt sichtbar. „Schifffahrt braucht Verlässlichkeit. Der Kanal war in den vergangenen drei Jahren keine zuverlässige Wasserstraße“, sagt Jens-Broder Knudsen von der Agentur Sartori & Berger. Dabei hat der Kanal aufgrund der steigenden Schiffsgrößen bei den Reedereien ohnehin Probleme. Die Zahl der Schiffe, die den Kanal aufgrund der Schiffsgröße nicht passieren können, steigt.

 Die Wartezeiten scheinen aber besonders deutsche Passagiere verstimmt zu haben. So fährt beispielsweise die Reederei Hapag-Lloyd im Juli bei einer viertägigen Kurzreise von Hamburg über List nach Kiel diesmal über Skagen. In den vergangenen Jahren hatte die Reederei bei der Routenplanung für diese Kurzreisen stets den Kanal gewählt. Bei einer viertägigen Reise kann eine stundenlange Verspätung vor dem Nord-Ostsee-Kanal im Verlauf einer Reise nicht wieder aufgeholt werden. „Deutsche Passagiere scheinen bei Verzögerungen weniger geduldig zu sein. Bei Kreuzfahrtschiffen mit britischen Passagieren haben wir kaum Veränderungen“, sagt Petersen.

 Es gibt aber auch einen Lichtblick. Die Reederei Aida Cruises will im kommenden Jahr wiederkommen. 2015 hatte das Unternehmen den größten Teil der Kanalpassagen gestrichen, da das Schiff „Aidacara“ immer wieder lange vor den Schleusen liegen musste. In diesem Jahr ist Aida gar nicht im Kanal zu sehen. „Im nächsten Jahr kommen wir aber wieder. Unsere Gäste lieben den Kanal“, sagt Hansjörg Kunze, Sprecher von Aida. Vier Passagen sind für die „Aidacara“ 2017 wieder im Reiseprogramm. Dabei wird das Schiff von Kiel durch den Kanal Kurs auf Norwegen nehmen. „Die ’Aidacara’ ist das einzige Schiff unserer Flotte, dass durch den Kanal passt“, sagt Kunze. Es sei der Wunsch der Kapitäne, den Passagieren auf den Reisen auch etwas besonders zu bieten, so der Sprecher weiter. Die 193 Meter lange und 27 Meter breite „Aidacara“ ist zudem eines der größten Kreuzfahrtschiffe, die in den vergangenen Jahren den Kanal passiert haben.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Der Hafen Kiel erwartet in diesem Jahr einen nie dagewesenen Andrang von Kreuzfahrtschiffen. Am Dienstag bestätigte der Seehafen den Eingang der 144. Anmeldung. „Das ist ein historisches Ergebnis. So viele Anmeldungen hatten wir noch nie“, sagt Hafensprecher Ulf Jahnke.

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