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Monatelang bleibt die Küche kalt

Insolvenzantrag Küchen Factory Monatelang bleibt die Küche kalt

Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein warnt vor dem Geschäftsgebaren des Küchen Factory Outlets (KFO/Schwentinental). Und im Internet häufen sich die kritischen Kommentare („Katastrophe“, „Finger weg“) über das Unternehmen. Jetzt hat Geschäftsführer Andreas Paul Insolvenzantrag gestellt.

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Das Geschäft in der Gutenbergstraße in Schwentinental ist geschlossen, am Eingang klebt ein Zettel mit einer Telefonnummer, unter der aber niemand zu erreichen ist.

Quelle: Michael Kaniecki

Kiel/Schwentinental. Das bestätigte am Freitag das Insolvenzgericht Neumünster. Allerdings hat das Gericht noch nicht über den Antrag entschieden. Die Unterlagen seien noch nicht vollständig, so eine Mitarbeiterin. Daher konnte auch noch kein vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt werden. Das Geschäft ist geschlossen. Kunden, die dort vor verschlossener Tür stehen, finden auf einem Zettel an der Tür eine Telefonnummer. Doch unter der meldet sich niemand. Einige Kunden wurden jetzt vom Geschäftsführer über den Insolvenzantrag informiert: „Der Insolvenzverwalter oder wir werden uns in Kürze mit Ihnen in Verbindung setzen.“ Betroffen ist eine Vielzahl von Küchenkäufern in Schleswig-Holstein und Hamburg. Denn Andreas Paul betreibt auch noch das Küchen Design Outlet (KDO) in Hamburg mit Filiale in Lübeck. Auch diese Geschäfte sind geschlossen. Bei beiden liegen der Verbraucherzentrale zahlreiche Beschwerden von Kunden vor.

 Die Liste der Mängel, über die Kunden berichten, ist lang: Kücheneinbau zog sich über sieben Monate hin, Mitarbeiter erscheinen nicht zum Ausmessen, beim Einbau wurden Elektrogeräte nicht angeschlossen, Teile fehlten usw. „In den meisten Fällen berichten Verbraucher über unvollständige Lieferungen und mangelhafte Montagen. Oftmals müssen Verbraucher infolgedessen mehrere Monate ohne Küche auskommen“, so die Verbraucherzentrale. Der Ärger ist jedoch meist noch größer. Denn in den Fällen, die den Verbraucherschützern und dieser Zeitung vorliegen, wurde neben einer Anzahlung immer Vorkasse bei Lieferung und vor der Montage verlangt: „Verweigerten die Kunden die restliche Zahlung, dann fuhren die Monteure wieder unverrichteter Dinge. Wer jedoch zahlt, der habe „bei anschließenden Mängeln keine Möglichkeit, vom Zurückbehaltungsrecht Gebrauch zu machen und so die Beseitigung der Mängel durchzusetzen“. Boris Wita von der Verbraucherzentrale rät daher dringend, Verträge, die eine 100-prozentige Vorleistung vorsehen, nicht zu unterschreiben.

 Für die KFO-Kunden, die ihre neue Küche angezahlt, aber noch nicht erhalten haben, kann es teuer werden. Denn der Insolvenzverwalter hat das Recht, das Geschäft noch durchzuführen, also die Küche auszuliefern und zu montieren. Lehnt er das Geschäft ab, dann geht die Anzahlung in die Insolvenzmasse. Das Geld sei dann „so gut wie verloren“, so die Verbraucherzentrale.

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Die Beratung: kompetent. Die Küche: schick. Der Preis: mehr als in Ordnung. Und so schlug Svenja P. (Name geändert) zu. Gut vier Monate ist es nun her, seit die Angestellte aus Kiel den Vertrag mit der KFO Handelsgesellschaft mbh & Co. geschlossen hat. Auf ihre Küche wartet sie bis heute.

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