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Rekord beim Neugeschäft

Landesbausparkasse Rekord beim Neugeschäft

Bausparen boomt: Im dritten Jahr in Folge verzeichnete die Landesbausparkasse Schleswig-Holstein-Hamburg 2015 einen Rekord beim Neugeschäft — und im Januar wuchs es weiter um 8 Prozent. Vorstandschef Peter Magel warnt Häuslebauer vor Zinsrisiken.

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Peter Magel, Vorstandsvorsitzender der LBS Bausparkasse Schleswig-Holstein-Hamburg AG: Das Geschäft der Landesbausparkasse boomt trotz der Niedrigzinsphase. Die LBS verzeichnet bereits im dritten Jahr in Folge einen Rekord beim Neugeschäft.

Quelle: Daniel Reinhardt/ Archiv/ dpa

Kiel/Hamburg. Die Landesbausparkasse Schleswig-Holstein/ Hamburg hat 2015 im dritten Jahr in Folge mit 1,86 Milliarden Euro einen Rekord beim Neugeschäft geschafft. „Das bedeutet im Vergleich zu 2014 eine Steigerung um 5,2 Prozent“, sagte Vorstandschef Peter Magel am LBS-Sitz in Kiel der Deutschen Presse-Agentur. „Und im Januar ist das Neugeschäft im Vergleich zum Vorjahresmonat noch einmal um acht Prozent gestiegen.“ Auch für 2016 rechne er mit schwarzen Zahlen — trotz des niedrigen Zinsniveaus mit zwangsläufig niedrigeren Gewinnmargen für die LBS.

„Drei Topergebnisse in Folge, das ist schon außergewöhnlich. Das heißt, die Idee des Bausparens ist beim Kunden so populär wie nie“, sagte Magel. Als entscheidenden Grund hierfür nannte er den Wunsch vieler (angehender) Eigenheimer, sich die zurzeit sehr niedrigen Zinsen auch für die Zukunft langfristig zu sichern. Wer jetzt einen Bausparvertrag abschließt und in etwa sieben oder zehn Jahren — nach der Ansparphase sein dann zuteilungsfähiges Darlehen habe wolle, erhalte den jetzt vereinbarten niedrigen Zins für die gesamte Laufzeit garantiert. Darlehen bei der LBS gebe es ab 1,25 Prozent.

Niedriges Zinsniveau

Die Guthabenzinsen bei der LBS betragen in der Regel nur 0,1 Prozent. Dies bereite aber keine Problem, sagte Magel. „Unser Tarifsystem ist auf Darlehen ausgerichtet. Der Guthabenzins ist kein Verkaufsargument und das sieht auch der Kunde inzwischen so.“

Als große Verführung für Eigenheimer mit beträchtlichen Risiken betrachtet Magel das von der Europäischen Zentralbank politisch gesteuerte Niedrigstzinsniveau. Es bilde die tatsächlichen Marktverhältnisse überhaupt nicht ab. Bauherren sollten sich nicht auf das niedrige Zinsniveau verlassen. Sollte die EZB eines Tages ihre Politik ändern, könnten die Hypothekenzinsen — zurzeit derzeit etwa zwei Prozent für zehn Jahre Laufzeit — sehr schnell auf historische Durchschnittswerte von fünf oder sechs Prozent und damit auf das Zwei- bis Dreifache steigen.

„Die politische Steuerung des Zinsniveaus muss aufhören, weil man die Menschen wirklich in eine Gefahr hineintreibt“, kritisierte der LBS-Chef. „Wer kann denn eine doppelte Hypothekenbelastung überhaupt bezahlen?“ Bei einem plötzlichen zinspolitischen Wechsel drohten viele Familien dann vor dem Nichts stehen. „Kurzfristig in den nächsten ein oder zwei Jahren sehe ich keine Erhöhung der Zinsen - danach ist es wirklich Kaffeesatzleserei“, warnte Magel. „Niemand von uns hat die Glaskugel, was in zehn Jahren am Kapitalmarkt los ist.“ Mit Bausparen lasse sich dieses Zinsänderungsrisiko auch in zehn Jahren absichern.

"Luft nach oben"

Besonders positiv hat sich bei der LBS das sogenannte Wohn-Riestern entwickelt — es betrug 2015 etwa 15 Prozent des LBS-Gesamtumsatzes. „Aber da ist sicherlich noch Luft nach oben“, sagte Magel „Wir sind der Meinung, dass jede Baufinanzierung, die den Wohn-Riester zumindest nicht mit abprüft, nahe an der Fehlberatung ist.“ Nachrechenbar seien bis zu 50 000 Euro Vorteile möglich.

Anfang Februar wird die LBS ein neues Kreditprodukt anbieten - Darlehen bis zu 30 000 Euro ohne Grundbucheintrag zu einem Zinssatz von 2,4 Prozent. Dies sei für Neukunden möglich und für Kunden mit zuteilungsreifen Bausparverträgen mit unattraktiv hohen Zinsen aus der Abschlusszeit.

Die Kündigung von Altverträgen mit — aus heutiger Sicht — hohen Guthabenzinsen werde die LBS auch in den nächsten Jahren beschäftigen. 2015 habe die LBS 4000 Verträge gekündigt, die trotz Zuteilungsreife um zehn Jahre verlängert worden waren, ohne dass die Kunden ein Darlehen nahmen, sagte Magel. Eine Klagewelle habe es nicht gegeben, anhängig seien lediglich etwa 15 Verfahren. Es gebe drei neue OLG-Urteile aus Hamm, Köln und Koblenz, die solche Kündigungen seitens der Bausparkassen bestätigten, sagte Magel.

Außerdem habe die LBS im vergangenen Jahr 1000 übersparte Verträge gekündigt, auf die mehr Geld eingezahlt war als die Bausparsumme insgesamt ausmachte. Die Kündigung solcher Verträge habe der Bundesgerichtshof bereits als rechtens bestätigt. Im laufende Jahr 2016 rechnet Magel damit, dass die LBS etwa 1000 Zehn-Jahres-Fortsetzerverträge kündigen wird.

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