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Experte: Verkauf der HSH wird schwierig

Landesbank Experte: Verkauf der HSH wird schwierig

Die Einigung zwischen der EU-Kommission und den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein über die Zukunft der HSH Nordbank hat öffentlich ein geteiltes Echo gefunden. Ein renommierter Bankenexperte meint: Der Verkauf wird sich über viele Monate hinziehen.

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Bankenexperte: Verkauf der HSH Nordbank wird schwierig

Wie schnell lässt sich die marode HSH Nordbank an einen Käufer vermitteln?

Quelle: dpa/Carsten Rehder

Kiel/Hamburg. Die HSH Nordbank ist nach Ansicht des Hamburger Wirtschaftsprofessors Norbert Dieckmann nur schwer an den Mann zu bringen. „Der Verkauf wird sich über viele Monate hinziehen“, sagte Dieckmann der Deutschen Presse-Agentur. In der gegenwärtigen Konstruktion der Bank seien die Risiken für einen Käufer nicht ohne Weiteres nachvollziehbar. „Der Verzicht auf eine Trennung in eine Bad Bank und in eine Good Bank mit separaten Bilanzen erweist sich heute als Fehler“, sagte Dieckmann. So seien gute und schlechte Risiken vermischt und weder die interessierte Öffentlichkeit noch ein möglicher Erwerber könnten sich einen Überblick über die notleidenden Kredite verschaffen.

"Grundsätzlich Privatisierung zu begrüßen"

Die EU-Kommission und die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein hatten sich zum Beginn der vergangenen Woche auf Eckpunkte für die Zukunft der HSH Nordbank verständigt. Danach wird die Bank von faulen Krediten in Höhe von acht Milliarden Euro sowie von einem Teil der Garantiegebühren entlastet und innerhalb von zwei Jahren verkauft. Der Verkaufsprozess soll jedoch unverzüglich beginnen. „Grundsätzlich ist die Vorgabe einer Privatisierung zu begrüßen“, sagte Dieckmann. „Vor dem Hintergrund der bisherigen Erfahrungen scheint ein geregelter Ausstieg der öffentlichen Eigentümer Hamburg und Schleswig-Holstein aus dem Bankgeschäft sinnvoll zu sein.“

Norbert Dieckmann

Norbert Dieckmann: "Der Verkauf der HSH Nordbank wird sich über viele Monate hinziehen."

Quelle: dpa/Christian Charisius

Landesbankensektor noch ungeordnet

Verpasst wurde nach Einschätzung des Bankexperten, den Sektor der Landesbanken in Deutschland neu zu ordnen. „Da sind wir immer noch overbanked“, sagte er. Ähnlich hatte sich am Freitag der Experte Wolfgang Gerke, Präsident des Bayerischen Finanz Zentrums, geäußert: „Man braucht lediglich eine Landesbank – und wenn es denn zwei sind, kann man auch damit noch leben“, sagte er dem Rundfunksender NDR1 Welle Nord. Während Gerke damit rechnet, dass andere Landesbanken sich um den Kauf der HSH Nordbank bemühen werden, erwartet Dieckmann den Käufer eher aus den Reihen deutscher oder ausländischer Privatbanken oder Finanzgruppen.

In einem Punkt allerdings sind sich die beiden Professoren einig: „Es ist immer ein Käufer da. Aber es ist eine Frage des Preises, ob es attraktiv ist, eine Bank in den heutigen Zeiten zu kaufen.“

So lief die Krise der HSH Nordbank in den vergangenen Jahren:

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Bewertungen liegen vor
Foto: Die HSH Nordbank in Kiel, rund 1000 Mitarbeiter sind in der Landeshauptstadt bei dem Institut beschäftigt.

Die Rating-Agenturen haben sich ein wenig Zeit gelassen, den Kompromiss zur Zukunft der HSH Nordbank zu prüfen. Jetzt liegen ihre Bewertungen vor. Kurzfristig sehen sie die Einigung durchaus positiv, langfristig aber werden die Aussichten wegen vieler offener Fragen eher negativ beurteilt, so das Urteil von Fitch und Moody’s.

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