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Mehr Milchbauern entdecken Bio-Nische

Landwirtschaft Mehr Milchbauern entdecken Bio-Nische

Der Verfall der Milchpreise hat in Schleswig-Holstein einen kleinen Öko-Boom ausgelöst. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums haben im laufenden Jahr bereits 15 Milchviehbetriebe (mit rund 1500 Hektar) einen Wechsel zum Biolandbau beantragt.

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Dank Milchkrise: Der Bio-Landbau ist stark im Aufwind.

Quelle: Bernd Schölzchen/dpa

Kiel. Im gesamten vergangenen Jahr waren es nur sechs Betriebe (970 Hektar). Bio-Milch bringt gut 40 Cent je Liter, Normal-Milch inzwischen nur noch um die 20 Cent.

„Der Ökolandbau befindet sich in einer erkennbar positiven Entwicklung“, sagte Umwelt- und Agrarminister Robert Habeck (Grüne). Das gelte nicht nur für die Milchproduktion. So registrierte die zuständige Öko-Kontrollstelle im laufenden Jahr Umstellungsmeldungen von Betrieben mit einer Fläche von insgesamt 3900 Hektar. Damit würde die Ökolandbau-Fläche in Schleswig-Holstein um fast zehn Prozent steigen. Aus einem konventionellen Landwirt wird allerdings nicht von heute auf morgen ein Bio-Bauer. Die Umstellungsphase zieht sich im Milchsektor über zwei Jahre hin, in denen der Bauer zwar die Vorgaben der EU-Öko-Verordnung einhalten, seine Produkte aber ohne Bio-Siegel und damit zum alten Preis veräußern muss.

Bio-Boom löst gemischte Gefühle aus

In dieser Übergangsphase werden die Betriebe vom Land gefördert. Die Startprämie (erstes und zweites Jahr) beträgt bis zu 1125 Euro je Hektar, die Folgeförderung (drittes bis fünftes Jahr) bis zu 750 Euro je Hektar. Künftige Öko-Bauern können sich zudem kostenlos beraten lassen, etwa zu Fragen der Betriebsumstellung oder über Rechtsvorschriften, Pflanzenbau, Tierhaltung, Vermarktung oder der Hofnachfolge.

Trotz solcher Beratungsangebote spielt der Öko-Landbau in Schleswig-Holstein bislang nur eine untergeordnete Rolle. Von den mehr als 12000 Landwirten sind nur 520 zertifizierte Öko-Bauern (gut 40000 Hektar). Darunter befinden sich nach Schätzung des Ministeriums 150 Milchbetriebe mit 12000 Hektar. In der Öko-Szene selbst wird der Bio-Boom mit gemischten Gefühlen gesehen. Ein Grund ist die Sorge, dass bei einem Überangebot etwa von Bio-Milch die Preise ebenso in den Keller gehen könnten wie auf dem konventionellen Milchmarkt.

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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