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Wenn Kühe grasen, will Habeck zahlen

Landwirtschaft Wenn Kühe grasen, will Habeck zahlen

Der Bauernverband und Umweltminister Robert Habeck (Grüne) begrüßen die „Charta Weideland Norddeutschland“ aus Niedersachsen. Doch es gibt noch einige Hindernisse, um noch mehr Kühe auf die Weide zu kriegen.

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Grasende Kühe: Die Weidehaltung von Milchkühen soll nicht zum Auslaufmodell werden.

Quelle: Frank Peter

Kiel/Hannover. Immer weniger Kühe grasen unter freiem Himmel, verbringen stattdessen ihr Leben im Stall. Um das Image der Milchviehhaltung aufzupolieren, hat Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) die „Charta Weideland Norddeutschland“ ins Leben gerufen. „Das Dokument ist eine wichtige Wegmarke für Niedersachsens ambitioniertes Weidemilchprogramm, ein Bekenntnis zum Erhalt der Weidehaltung, dem Tierwohl und der Förderung von Grünland“, sagt Meyer. Sein schleswig-holsteinischer Amtskollege Robert Habeck (Grüne) begrüßt den Vorstoß: „Das ist eine gute Initiative, weil hier die gesamte Branche, Wissenschaft und Beratung einen gemeinsamen Nenner gefunden haben.“ Schleswig-Holstein habe seit Beginn der neuen EU-Förderperiode die Weichen neu gestellt und unterstütze über verschiedene Fördertöpfe gezielt die Weidehaltung.

 Laut Bauernverband gibt es zwar einen Trend hin zur ganzjährigen Stallhaltung aufgrund der effizienteren Futterversorgung der Rinder, dennoch liege in Schleswig-Holstein die Weidehaltung mit etwa 75 Prozent deutlich über dem Niveau vieler anderer Bundesländer. „Wenn die Mehraufwendungen der Weidehaltung bezahlt würden und es der Wunsch der Bevölkerung wäre, Kühe immer draußen grasen zu sehen, ist die Charta unterstützenswert“, sagt Bauernverbandspräsident Werner Schwarz. Allerdings glaube er nicht, dass so eine 100-prozentige Quote erreicht werden könne: „Dazu fehlt es einfach auch an Land.“ Und weil die Kühe aufgrund ihrer hohen Milchleistung besonders energiereiches Futter benötigten, sei der Weidegang alleine nicht ausreichend.

 Für Minister Habeck wäre eine Stabilisierung des derzeitigen Niveaus zu begrüßen, ein Ausbau wünschenswert. Als Chance für die 4500 Milchbauern in Schleswig-Holstein nennt er das gekennzeichnete Produkt Weidemilch, weil Verbraucher zunehmend die Herkunft von Produkten hinterfragen würden. Allerdings verhielten sich die Käufer widersprüchlich: „Einerseits wollen wir höhere Tierwohl-Standards, und sind in vielen Umfragen bereit, dafür mehr auszugeben. Andererseits greifen wir an der Supermarktkasse doch nach der Milchpackung, die weniger kostet“, sagt Habeck. Deshalb müsste die Arbeit der Landwirte zunehmend für gesellschaftlich gewünschten Leistungen wie Tierwohl, Natur- und Gewässerschutz honoriert werden – „weil der Markt es eben nicht tut“, ergänzt Habeck. Ein erster Schritt sei mit der Neujustierung der Fördermittel gemacht, die Förderung des Weideganges gehöre dazu.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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