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Leser baut Standort Hohenwestedt aus

Sicherheitsventile Leser baut Standort Hohenwestedt aus

Mit Sicherheitsventilen zum europäischen Marktführer: Die Firma Leser will ihren Produktionsstandort in Hohenwestedt in den kommenden zwei Jahren deutlich ausbauen. Grund ist die steigendende Nachfrage nach den Qualitätsprodukten. Auch die Zahl der Mitarbeiter von insgesamt 800 könnte demnach steigen.

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Blick in die Produktionshalle in Hohenwestedt: Nach Angaben von Geschäftsführer Joachim Klaus werden hier jährlich 130000 Ventile produziert.

Quelle: Jan von Schmidt-Phiseldeck

Hohenwestedt. „Also, wat is en Dampfmaschin?“ Wenn Joachim Klaus über Sicherheitsventile spricht, bemüht er schon einmal ein Zitat aus der „Feuerzangenbowle“, um die Schlichtheit, aber auch die Komplexität eines „rein mechanischen Bauteils“ zu erläutern. Die Begeisterung, die der Geschäftsführer der Firma Leser mit Produktionsstandort in Hohenwestedt (Kreis Rendsburg-Eckernförde) dabei vermittelt, ist auch dem Erfolg geschuldet: Marktführer nach eigenen Angaben in Deutschland, in Europa sowie unter den Top-Four der Welt.

 Den Durchbruch in die Weltliga als Hersteller von Sicherheitsventilen schaffte das 1818 als Gelbgießerei in Hamburg-Neustadt gegründete Unternehmen im Jahr 2000 mit einem Ventil der Produktgruppe API: Der Umsatz stieg von damals etwa 25 Millionen Euro auf jetzt 100 Millionen Euro. „Das Geschäft ist aber mehr als das Produkt selber“, sagt Klaus, seit 2007 Vorsitzender der Geschäftsleitung. Hohe Produktverfügbarkeit in herausragender Qualität, neun Produktgruppen mit 40 Sicherheitsventiltypen, eine stark automatisierte Produktion am Standort Hohenwestedt, ein weltweites Servicenetzwerk: „Wir arbeiten ständig daran, unsere Produkte zu optimieren und müssen uns laufend mit den unterschiedlichsten Zulassungsstandards auseinandersetzen“, sagt der gelernte Wirtschaftsingenieur.

 Produziert werden im Norden Ventile von drei bis 300 Kilogramm für Kunden aus den Bereichen Chemie, Petrochemie, Technische Gase, Öl- und Gasförderung, Maschinenbau sowie in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie. Die Bauteile ähneln sich: Aus einem Gussteil, Feder samt Spindel sowie Dichtungselementen werden die Sicherheitsventile in Hohenwestedt von 380 Mitarbeitern nach Kundenwunsch gefertigt und in alle Welt versandt. 130000 Ventile werden hier jährlich produziert, am Stammsitz in Hamburg entwickelt und auf einem Prüfstand getestet. Insgesamt 800 Beschäftigte zählt Leser derzeit unternehmensweit, acht Tochtergesellschaften und 80 Vertriebspartner gehören zur Unternehmensgruppe.

 In den vergangenen drei Jahren ist Leser um mehr als 15 Prozent gewachsen und plant für die kommenden Jahre ein ähnliches Wachstum mit der Erschließung auch von neuen Märkten. „Wachstum bedeutet vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen zum Beispiel in der Öl- und Gasbranche zunehmend auch Verdrängungswettbewerb“, betont Klaus. Aktuell habe das Unternehmen mehrere große Projekte aus dem Öl- und Gasgeschäft gegen internationale Konkurrenz gewonnen.

 Dies bietet Chancen für den Standort Hohenwestedt und die Produktion in Norddeutschland. „Wir planen eine Erweiterung unserer Produktionsfläche von derzeit 16000 auf 21000 Quadratmeter in den nächsten zwei Jahren“, ergänzt er. Auch die Schaffung neuer Arbeitsplätze sei so möglich. Durch die internationale Verteilung der Kunden sei Leser von einzelnen Märkten wie Russland wenig abhängig. Durch permanente Produktverbesserungen und die Entwicklung neuer Sicherheitsventilbaureihen könne das Unternehmen in weitere Marktsegmente vordringen. „Für Markttrends wie LNG-Flüssiggastanker arbeiten wir an Sicherheitsventilen, die für den Einsatz unter tiefkalten Bedingungen optimiert sind“, sagt Klaus. Ein wichtiger Bestandteil der Strategie seien Investitionen in einen hochmodernen Prüfstand in Hamburg. Am Standort Hamburg entstehe derzeit der Neubau der Firmenzentrale mit 4000 Quadratmetern Bürofläche. „Bis auf wenige weiße Flecken in Afrika sind wir weltweit vertreten.“

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Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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