19 ° / 7 ° heiter

Navigation:
Handykauf: Kein Recht auf Umtausch?

Leseranwältin Handykauf: Kein Recht auf Umtausch?

Auch ein geschenktes Handy kann Frust bringen - das lernte kürzlich einer unserer Leser. Er wollte die bereits ausgepackte Ware umtauschen, doch der Händler weigerte sich. Leseranwältin Marion Neumann-Neurode hakte bei der Verbraucherzentrale nach.

Voriger Artikel
Grundstein für touristisches Millionenprojekt wird gelegt
Nächster Artikel
Grundstein für umstrittene "Priwall Waterfront" gelegt

Auch ein geschenktes Handy kann Frust bringen - das lernte kürzlich einer unserer Leser.

Quelle: Karl Josef Hildebrand

Kiel. Der Leser ist verärgert. Er ist wütend. Und hat seinen ganzen Frust elektronisch auf den Weg gebracht. In sehr deutlichen Worten, übrigens. Dabei hatte es seine Freundin nur gut gemeint. Die überraschte Mario Schultz nämlich mit einem funkelnagelneuen Handy für knapp 78 Euro. „Naja“, so der Kieler, „das Menü ließ zu wünschen übrig. Und als ich ein Foto machte, gab mir die Qualität den Rest. Wir stellten den Werkszustand wieder her und wollten das Handy umtauschen oder das Geld zurück.“ Und damit begann der Ärger.

Geld zurück, so hieß es im Schwentinentaler Warenhaus, gebe es nur für Ware in einem original verpackten Karton und nicht bei „gebrochenem Siegel“. Der Mitarbeiter riet ihm, das Handy im Internet anzubieten. Andernfalls müsse der Beschenkte 20 Euro bezahlen, damit die Firma das Gerät einschicken und die Daten löschen könnte, um es wieder verkaufen zu können. Mario Schultz versteht das nicht: „Wie soll ich ein Geschenk beurteilen, ohne es auszupacken?“ Und beim Auspacken beschädige man doch zwangsläufig den Karton, ist er sich sicher.

Für Dr. Boris Wita von der Verbraucherzentrale ist dies ein klarer Fall: „Es gibt kein Recht auf Umtausch bei Nichtgefallen. Dies ist reine Kulanz. Wäre das Gerät mangelhaft, würde es anders aussehen“, weiß der Fachmann.

Verbraucher sollten also nicht darauf vertrauen, dass sie jede Ware ohne Weiteres umtauschen dürfen.

Mario Schultz hat in der Zwischenzeit die 20 Euro gezahlt. Immer noch wütend. Was seine Freundin, die es schließlich nur gut gemeint hat, von der ganzen „Umtauschaktion“ hält, ist nicht überliefert.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Veranstaltung in...

Aktuelle
Veranstaltungen
und Tagestipps!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten: Wirtschaft 2/3