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Ein Pinguin fürs Computerleben

Linux Ubuntu Ein Pinguin fürs Computerleben

Weil der finnische Student Linus Benedict Torvalds vor 24 Jahren unzufrieden mit der Bedienung seines Computers war, schrieb er kurzerhand ein Programm, um die Möglichkeiten seines damaligen 80386-Prozessors besser nutzen zu können – Linux 0.01 war geboren. Aus dem Hobby-Projekt entwickelte sich in den kommenden Jahren ein professionelles Betriebsystem.

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Es ist kostenlos, läuft auf vielen alten und neuen Rechnern und hat einen niedlichen Pinguin mit dem Namen Tux als Maskottchen: Das alternative Betriebssystem Linux bietet viele Vorteile.

Quelle: dpa

Kiel. Dies ist aus der IT-Welt nicht mehr wegzudenken ist. Als kostenlos zu nutzendes Desktop-System, das Windows von Marktführer Microsoft durchaus ebenbürtig ist, hat sich die Linux-Software allerdings erst Anfang 2000 einen Namen gemacht.

 Den Durchbruch auf dem heimischen PC brachte die Linux-Software des Projektes Ubuntu, hinter dem das Unternehmen Canonical steht. Am 20. Oktober 2004 erschien mit Warty Warthog (warziges Warzenschwein) die erste Ubuntu-Version, bis heute sind weitere 21 Weiterentwicklungen auf dem Markt, jeweils versehen mit tierischen Namen. Vivid Vervet (lebhafte Grünmeerkatze) wird in wenigen Tagen von Version 15.10 abgelöst, die auf den schönen Namen Wily Werewolf (hinterlistiger Werwolf) hört – wieder eine humorige Idee des südafrikanischen Unternehmers und Multi-Millionärs Mark Shuttleworth.

 Dessen ernsthafte Idee war es, in der damaligen Diskussion über Datenschutz und Privatsphäre ein System für Privatanwender auf den Markt zu bringen; ein Linux für jedermann, das einfache Installation und hohen Benutzerkomfort versprach und sich zuallererst an unzufriedene Microsoft-Kunden richtete. Das Desktop-Betriebssystem, das sich unter ubuntu.com herunterladen lässt, bietet dabei für interessierte Umsteiger einen großen Vorteil: Es lässt sich parallel zum bestehenden Betriebssystem nutzen, entweder zu Testzwecken als Live-System via CD oder auch als fest installiertes System auf der Festplatte.

 Zweimal jährlich erhält das System neben diversen Aktualisierungen zwei große Updates – jeweils im April und im Oktober. Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt eine sogenannte LTS-Version, für die Ubuntu fünf Jahre Support garantiert. Viel umlernen muss ein Windows-Nutzer übrigens nicht, wenn er sich zu einen Umstieg entschließt: Die kostenlos mitgelieferten Office-Programme sind von denen in der Windows-Welt kaum zu unterscheiden, die Internetbrowser sind identisch, Grafik- und Mediensoftware funktionieren sehr ähnlich. Über eine Art „App-Store“ können Nutzer aus tausenden Zusatzprogrammen auswählen, viele Windows- oder Mac-Programme können über einen Emulator weitgehend problemlos genutzt werden.

 Über einen Performance-Zuwachs können sich besonders die Nutzer älterer Rechner freuen: Weil die Minimalanforderungen lediglich bei einem Gigabyte Arbeitsspeicher und einem Ein-Gigahertz-Prozessor liegen, startet der Rechner deutlich schneller. Weiterer Vorteil: Viele Angriffs- und Schadsoftwaremethoden verpuffen unter Linux, weil sie auf Windows-Architekturen zugeschnitten sind.

 Doch es gibt auch trotz der großen deutschen Ubuntu-Gemeinde, die Hilfestellung unter ubuntuusers.de anbietet, auch Schwächen im System: Manche Treiber, speziell für allerneueste oder auch seltenere Hardware, wird von den deren Herstellern für Linuxsysteme einfach nicht angeboten.

 Von dem Namen der neuesten Ubuntu-Version brauchen sich die Nutzer übrigens nicht einschüchtern zu lassen: Der hinterlistige Werwolf umfasst hauptsächlich Aktualisierungen und Fehlerbereinigungen.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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