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Für Winzer und Gärtner gemacht

Löwe Scheren Für Winzer und Gärtner gemacht

Mit Löwe-Scheren aus Kiel arbeiten Winzer, Obstbauern und Gärtner. Das Unternehmen stellt auch Scheren zum Schneiden von Kunststoff, Holz und Gummi her. Rund 250000 Scheren werden jährlich in den Hallen am Seefischmarkt gefertigt und weltweit an Kunden ausgeliefert. Auf der Löwe-Weltkarte gibt es nur noch wenige weißen Flecken. Es werden stetig weniger.

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Bauen auf Schärfe und Langlebigkeit: Löwe-Scheren-Geschäftsführer Randolph Schröder und Vertriebsleiter Rainer Kibbel (re).

Quelle: Frank Peter

Kiel. Das relativ kleine Unternehmen zeigt: Man muss nicht groß sein, um im Export erfolgreich zu sein. Seit einigen Jahren schon erschließt Geschäftsführer und Inhaber Randolph Schröder systematisch ausländische Märkte. Die 1923 gegründete Gebr. Schröder GmbH hat im Ausland traditionell in Italien (Südtirol), Griechenland und der Türkei eine starke Position. Doch in jüngerer Zeit sind etliche neue Ansatzmärkte dazu gekommen, so beispielsweise mit China und Russland zwei sehr große. Um aber noch zusätzliche Dynamik ins Exportgeschäft zu bringen, hat Schröder im vergangenen Jahr Rainer Kibbel für den Vertrieb verpflichtet. Kibbel hat das Familienunternehmen Heinrich Knievel (Kiel), das er zusammen mit seinem Bruder jahrelang führt, verlassen und ist zur Gebr. Schröder GmbH gewechselt, um dort im In- und Ausland neue Absatzfelder zu erschließen.

 So hat Rainer Kibbel beispielsweise einen neuen Markt für die Kieler Scheren ausgemacht: die Rosenzucht. „In Ostafrika und Südamerika gibt es die weltweit größten Rosenzüchter. Das ist ein riesiger Markt für uns“, erklärt Kibbel. Und daher hat er sich auf den Weg nach Addis Abeba (Äthiopien), Nairobi und Bogota gemacht, um dort Messen und die Farmen der Blumenzüchter zu besuchen und Kontakte aufzubauen. „Die Kunden in diesen Ländern sind sehr an deutscher Qualität interessiert“, erklärt Randolph Schröder. Sie können oder wollen aber nicht immer deutsche Preise zahlen. Daher hat das Unternehmen für diese Märkte zwei neue, günstige Scherenmodelle entwickelt.

 Schröder und Kibbel analysieren so Land für Land das Marktpotenzial der weißen Flecken auf der Landkarte. Denn nur die Länder, die einen professionellen Obst-, Wein- oder Gartenbau haben, sind für die Kieler interessant. Indonesien, mit 240 Millionen Einwohnern eines der größten Länder Asiens, kommt daher ebenso wenig infrage wie das benachbarte Malaysia. Aber China, Indien und Südkorea sind sehr wichtige Märkte.

 Bei sogenannten Amboss-Scheren ist Gebr. Schröder Weltmarktführer. Dieser Scherentyp, bei dem eine scharfe, harte Klinge auf einen weichen Amboss (im Gegensatz zur Bypass-Schere, wo zwei Klingen aneinander vorbeigleiten), wurde 1923 von Walther Schröder in Kiel entwickelt. Seitdem hat sich das Werkzeug vor allem bei all jenen, die von Berufs wegen mit einer Schere arbeiten müssen, einen guten Namen gemacht. Aber das Unternehmen hat auch Bypass-Scheren im Angebot.

 Im Preiswettbewerb kann sich das Unternehmen auf dem Weltmarkt nicht durchsetzen. Daher setzt Schröder auf Qualität, auf leichte Handhabung und lange Haltbarkeit, und darauf, dass diejenigen, die mit der Löwe-Schere ein Tausende Schnitte am Tag machen müssen, damit zufrieden sind. Die Schere ist ein auf den ersten Blick relativ einfaches Produkt. Doch in ihr steckt viel Know-how. Im Unternehmen wird stetig an Verbesserungen gearbeitet. Für den wichtigen asiatischen Markt wurde an der Ergonomie gefeilt und ein Modell mit kleineren Griffen entwickelt. Mit einem der führenden deutschen Stahlexperten hat Löwe in einem nahezu wissenschaftlichen Prozess nach dem optimalen Stahl gesucht, verschieden harte Stähle wurden bei unterschiedlichem Schneidenwinkel und -stärke an unterschiedlichen Materialien getestet. Und auch den Klingenschliff haben die Experten des Unternehmens weiter optimiert.

 Von den 250000 Scheren jährlich gehen 150000 in den Wein-, Obst und Gartenbau; 100000 werden an Kunden aus Industrie und Handwerk verkauft, die mit den Scheren aus Kiel Schläuche, Kabelkanäle, Rohre oder Dichtungsprofile schneiden. Bei Gebr. Schröder arbeiten 40 Mitarbeiter. Darüber hinaus arbeiten weitere 40 bis 50 Mitarbeiter der Werkstatt am Drachensee für das Unternehmen und montieren Scheren. Für zwei neue Modelle werden weitere 30 Drachenseemitarbeiter die Montage übernehmen. Und Randolph Schröder sieht für das Unternehmen weiter gute Wachstumschancen.

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