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Logistikzentrum für den China-Handel entsteht

Prinovis-Gelände in Itzehoe Logistikzentrum für den China-Handel entsteht

Wie viele neue Arbeitsplätze wird Itzehoe durch das geplante Logistikzentrum für den Chinahandel am Ende gewinnen? Die Investoren halten sich bedeckt. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Meyer (SPD) lobt das Projekt und hofft auf neue Jobs in der Region.

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Auf dem Gelände der ehemaligen Prinovis-Druckerei in Itzehoe soll ein neues Logistik-Zentrum entstehen.

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Itzehoe. Die international tätige China Logistik Centrum (CLC) GmbH hat das Gelände der ehemaligen Prinovis-Druckerei in Itzehoe (Kreis Steinburg) übernommen und plant für mehrere Millionen Euro den Aufbau eines Logistikzentrums. Erste Vorbereitungsarbeiten seien in den vergangenen Wochen bereits auf dem 21,5 Hektar großen Gelände erfolgt, teilte die Stadt am Montag weiter mit. Das Prinovis-Grundstück gehörte dem Mutterkonzern Bertelsmann. Über den Kaufpreis gab es keine Informationen.

Käufer sei ein Unternehmen mit chinesischen Gesellschaftern und der Gruppe um die Familie Tietje. Geplant sei, einen Teil der wachsenden Warenströme im Handel zwischen Deutschland und China über Itzehoe abzuwickeln. Die CLC GmbH mit einer Gesellschaftereinlage von 100.000 Euro wurde Ende Juni gegründet, sie wird von Gustav Jürgen Tietje und Carsten Tietje geführt.

Wirtschaftsminister Meyer hofft auf Arbeitsplätze

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) begrüßte den Verkauf und äußerte die Hoffnung auf neue Arbeitsplätze. Durch die Schließung des Prinovis-Standortes waren 850 Jobs weggefallen. Ihn überzeuge, dass die Familie Tietje, die den Logistikbereich in Schleswig-Holstein kenne, das CLC-Projekt mit chinesischen Partnern in Angriff nehme. Anstelle großer Versprechungen kündige sie nur an, den Standort in Itzehoe als Logistik- und Handelszentrum weiter auszubauen, sagte Meyer.

Was die Zahl der künftigen Arbeitsplätze angehe, sei das Unternehmen „noch sehr zurückhaltend“, räumte der Minister ein. „Ich finde zu recht, man wird hier peu à peu Arbeitsplätze schaffen – das ist sicher.“ Das Geschäft solle dann zum 1. Januar 2016 richtig losgehen. „Wir hoffen, dass auch ehemalige Prinovis-Beschäftigte dort Möglichkeiten finden.“ Meyer machte deutlich, dass mit dem Verkauf ein erster wichtiger Schritt gelungen sei, bis zur vollständigen Realisierung des Zentrums aber noch manche Hürden zu nehmen seien.

Itzehoes Bürgermeister ist überzeugt

Zwei von drei der ehemals 850 am Standort tätigen Prinovis-Beschäftigten haben wieder eine Perspektive. Sie arbeiten in einem neuen Job oder haben sich selbstständig gemacht beziehungsweise sind in Rente gegangen, hatte Oliver Fieber von der Transfergesellschaft im Juni Bilanz gezogen.

Itzehoes Bürgermeister Andreas Koepppen betonte, dass bereits 15 Monate nach Schließung der Großdruckerei Ende April 2014 ein Investor gefunden worden sei. Koeppen bezeichnete dessen Konzept als „sehr überzeugend“. Er sei sich sicher, dass es Erfolg haben werde. Carsten Tietje sagte, das Objekt biete mit fast 100.000 Quadratmetern Lagerfläche eine gute Infrastruktur und Basis für die Etablierung eines Handelsplatzes.

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