15 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Warnstreiks wegen gescheiterter Tarifverhandlungen

IG Metall Warnstreiks wegen gescheiterter Tarifverhandlungen

Auch die dritte Verhandlungsrunde Runde der Tarifverhandlungen für die norddeutsche Metall- und Elektroindustrie hat kein Ergebnis erbracht. Die Vertreter der IG Metall wiesen am Donnerstag ein neues Angebot der Arbeitgeber als unzureichend zurück. Ab Mitternacht soll es jetzt erste Warnstreiks geben.

Voriger Artikel
Arbeitslosigkeit sinkt auf unter 100.000
Nächster Artikel
Von Kiel nach Sylt in weniger als vier Stunden

Die IG Metall startet mit Protestaktionen in die Tarifverhandlungen.

Quelle: Martin Schutt/dpa

Lübeck. Zuvor hatte der Arbeitgeberverband Nordmetall ein neues Angebot vorgelegt. Es sieht rückwirkend zum 1. April eine Entgelterhöhung in zwei Stufen von insgesamt 2,1 Prozent sowie eine Einmalzahlung von 0,3 Prozent vor bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Die Arbeitgeber seien damit auf die IG Metall zugegangen, um die Verhandlungen voran zu bringen, sagte der Präsident von Nordmetall, Thomas Lambusch.

Der Verhandlungsführer der IG Metall, Meinhard Geiken, bezeichnete das Angebot als ungenügend. „Die Beschäftigten lassen sich nicht täuschen. Vom Volumen her hat sich nichts getan“, sagte Geiken. Das Angebot liege nach wie vor auf historisch niedrigem Niveau, sagte er. Lambusch nannte die Blockadehaltung der Gewerkschaft bedauerlich. „Jetzt ist es an der IG Metall, sich auf uns zuzubewegen“, sagte er.

Die Gewerkschaft fordert für die rund 140 000 Beschäftigten in Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und dem nordwestlichen Niedersachsen fünf Prozent mehr Einkommen. Der Arbeitgeberverband Nordmetall hatte zunächst 0,9 Prozent plus 0,3 Prozent als Einmalzahlung angeboten.

Mit dem Ende der Friedenspflicht um 0.00 Uhr ruft die Gewerkschaft erste Betriebe zu Warnstreiks auf. In zwölf Unternehmen sind demnach während der Nachtschicht erste Aktionen geplant, darunter bei Daimler in Bremen, Premium Aerotec in Nordenham und Varel, Airbus in Stade sowie bei weiteren Unternehmen in Hamburg, Flensburg, Neumünster, Itzehoe und Schönkirchen.

Im Laufe des Freitag soll es weitere Warnstreiks von mehreren tausend Beschäftigten aus insgesamt 50 Betrieben geben. Größere Kundgebungen sind am Vormittag nach Gewerkschaftsangaben unter anderem bei Airbus in Bremen und Hamburg, Jungheinrich in Norderstedt, Raytheon Anschütz in Kiel und Dräger in Lübeck geplant.

Vor Beginn der Verhandlungsrunde am Donnerstag hatte die IG Metall ihre Forderungen mit einer Protestaktion auf der Trave unterstrichen. Mitglieder der Gewerkschaftsjugend brachten als Arbeitgeber verkleidet prall gefüllte Geldsäcke auf einem Boot in Richtung Panama, während die Arbeitnehmer kenterten und aus dem Wasser gerettet werden mussten.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten: Wirtschaft 2/3