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Schulterschluss der Häfen im Norden

Lübeck und Kiel Schulterschluss der Häfen im Norden

Wenn es um Kreuzfahrtschiffe geht, ziehen Kiel und Lübeck bereits an einem Strang. Bald soll das auch in anderen Geschäftsbereichen der Fall sein. Am Freitag wurde bekannt, dass Kiel und Lübeck bei Hafenthemen besser kooperieren wollen.

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Gemeinsam am Start: Die Häfen Kiel und Lübeck warben während der Kreuzfahrtmesse Seatrade Europe in Hamburg an einem Stand um Kunden.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Zuletzt hatte es im Juni zwischen diesen Häfen erhebliche Verstimmungen gegeben, nachdem ein Großkunde des Lübecker Hafens seinen Umzug nach Kiel verkündet hatte. Und zuvor hatte die Reederei Stena Line ihre Travemünde-Göteborg-Linie geschlossen und den Dienst mit der Route Kiel-Göteborg vereint. Daraufhin hatte es von Seiten der Gewerkschaften heftige Kritik am Wirtschaftsministerium in Kiel gegeben.

Jetzt holte das Ministerium die Hafenstädte wieder an einen Tisch. Für die Weiterentwicklung ihrer Häfen sollen die Städte Kiel und Lübeck enger zusammenarbeiten und sich, wenn möglich, auch abstimmen. Bei einem Treffen mit Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) und Staatssekretär Frank Nägele (SPD) vereinbarten Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) und Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD), stärker nach Synergien zu suchen. Damit Potenziale frühzeitig erkannt und ausgeschöpft werden können, hat das Land bereits ein Gutachten in Auftrag gegeben. Es soll Entwicklungsmöglichkeiten mit Blick auf die Logistik-Märkte im Ostseeraum aufzeigen.

Lübeck bald nicht mehr größter Umschlaghafen?

Lübecks Spitzenposition an der deutschen Ostseeküste wackelt. 2014 wurden in Lübeck 26,3 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Der Rostocker Hafen folgte mit 24,1 Millionen vor Kiel mit 6,4 Millionen. Nachdem Lübeck mehrere Kunden aus dem Papierumschlag an Kiel und Rostock verloren hat, könnte in diesem Jahr erstmals Rostock an Lübeck vorbeiziehen. Im ersten Halbjahr meldete Rostock bereits einen Umschlag von mehr als 13 Millionen Tonnen.

„Grundvoraussetzung für die Stärkung des Hafen- und Logistik-Standortes Schleswig-Holstein ist, dass sich beide Standorte erfolgreich am Markt positionieren und Flächen mit Hafenzugang ebenso gemeinsam weiterentwickeln wie Standorte für Industrie- und Gewerbeansiedlungen“, sagte Meyer. Um dies zu erreichen, sei das Land weiter bereit, die Häfen zu unterstützen – unter anderem mit Fördermitteln aus der so genannten „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Laut Meyer biete das Land den Städten an, die Vermarktung der Hafen- und Logistikanlagen zu stärken. Er stellte klar, dass diese Fördergelder auch abgerufen werden müssen.

So solle etwa beiden Häfen gleichermaßen die Möglichkeit eingeräumt werden, das Land bei Delegationsreisen ins Ausland oder bei Messeauftritten zu begleiten. Im Sektor Kreuzfahrt haben die Häfen dies bereits getan. Auf der gerade in Hamburg beendeten Kreuzfahrt-Fachmesse Seatrade Europe haben Kiel und Lübeck sich auf einem Stand zusammen mit anderen deutschen Häfen präsentiert.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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