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Streik könnte bald vom Tisch sein

Lufthansa Streik könnte bald vom Tisch sein

Nach zwölf Streiks sehen die Piloten der Lufthansa derzeit keinen Sinn in einem weiteren Arbeitskampf. Um eine Verlagerung ihrer Arbeitsplätze zu verhindern, schnüren sie ein neues Angebot.

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Der drohende Streik der Lufthansa-Piloten zur Ferienzeit könnte bald vom Tisch sein.

Quelle: Malte Christians/ dpa/ Archiv

Frankfurt am Main. Die Passagiere der Lufthansa können auf einen Sommer ohne Pilotenstreiks hoffen. Im festgefahrenen Tarifkonflikt bei Europas größtem Luftverkehrskonzern hat die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) nach eigenen Angaben Einsparungen von mehr als 400 Millionen Euro angeboten, um die Verlagerung von Arbeitsplätzen in andere Fluggesellschaften zu verhindern.

Die Piloten haben in dem Konflikt bereits zwölfmal gestreikt und dem Unternehmen einen Schaden von mehr als 300 Millionen Euro zugefügt. Lufthansa begrüßte am Freitag die Vorschläge, die nun geprüft werden müssten.

Nach der in Frankfurt verbreiteten Offerte will die VC mit Lufthansa ein „gemeinsames Bündnis für Wachstum und Beschäftigung“ schmieden. Man sehe die Möglichkeit, bis zum 1. September dieses Jahres zu Ergebnissen zu kommen. Die Piloten wollen unter anderem zunächst auf Gehaltserhöhungen verzichten und erklären sich bereit, zwei Jahre später als bislang in den Vorruhestand zu wechseln. Im Schnitt müssten die Piloten dann beim Übergang 60 Jahre alt sein. Auch bei den Betriebsrenten und kleineren Details zur Arbeitszeit zeigte sich die VC kompromissbereit.

Dafür soll Lufthansa ihre Pläne aufgeben, im Rahmen ihrer Eurowings-Strategie Flugzeuge auf Konzern-Gesellschaften zu verlagern, in denen für Piloten nicht der deutsche Konzerntarifvertrag gilt. Zudem sollen erstmals seit 2013 wieder Nachwuchspiloten eingestellt werden.

Wenn es zu konstruktiven Verhandlungen komme, werde die VC nicht zu Streiks aufrufen, erläuterte ein Sprecher auf Nachfrage. Allerdings müsse Lufthansa zusichern, keine deutschen Flugzeuge nach Italien oder Österreich auszuflaggen.

Die VC will zusätzlich gemeinsam mit dem Unternehmen die eigenen Gehaltsstrukturen mit denen des Wettbewerbs vergleichen. Als Maßstab soll für künftige Eurowings-Piloten der britische Billigflieger EasyJet gelten, auf der Low-Cost-Langstrecke die Bedingungen des Ferienfliegers Condor. Auch für die Piloten der Muttergesellschaft Lufthansa sei man zu einem Gehaltsvergleich bereit.

Keine Teilnahme an Trauerfeier teil

Lufthansa-Chef Carsten Spohr nimmt wegen des Streits um das Schmerzensgeld und nach Kritik an seinem eigenen Verhalten nicht an der Gedenkfeier zur Germanwings-Katastrophe in den französischen Alpen teil. „Er hat aufgrund der angespannten Atmosphäre entschieden, nicht vor Ort zu sein“, sagte ein Sprecher des Luftfahrt-Konzerns am Freitag in Frankfurt. Die Lufthansa, Mutterkonzern von Germanwings, bestätigte damit Angaben von „Spiegel Online“. Für Aufsehen hatte zuletzt ein offener Brief der Angehörigen der Opfer aus Haltern gesorgt, in dem Spohr scharf kritisiert wird.

Es sei wichtig, dass die aktuelle Diskussion die würdevolle Atmosphäre nicht belaste, sagte der Lufthansa-Sprecher. An der Trauerfeier in der nahe der Absturzstelle gelegenen Gemeinde Le Vernet nähmen Germanwings-Geschäftsführer Thomas Winkelmann und Lufthansa-Finanzvorstand Simone Menne teil. Der Airbus war am 24. März in das Bergmassiv gerast. Nach Überzeugung der Ermittler hatte der Copilot die Maschine absichtlich auf Crashkurs gelenkt und 149 Menschen mit in den Tod gerissen.

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