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Hamburg-Süd wird jetzt dänisch

Maersk Line übernimmt Hamburg-Süd wird jetzt dänisch

Die dänische A.P. Møller-Gruppe übernimmt 2017 die deutsche Traditionsreederei Hamburg-Süd, die damit unter das Dach des Weltmarktführers Maersk-Line wechselt. Die Dänen zahlen einen noch nicht genannten Preis an den deutschen Oetker-Konzern.

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„Cap San Marco“ (Hamburg-Süd) trifft „Ebba“ (Maersk) – oder: Deutschlands zweitgrößte Containerreederei wird 2017 Teil des Weltmarktführers.

Quelle: Frank Behling

Hamburg. Rot und weiß sind die traditionellen Farben der Reederei Hamburg-Süd. Rot und weiß sind auch die Farben des Dannebrogs, der dänischen Nationalflagge. Viele Schiffe der Reederei Hamburg-Süd werden bald diese Flagge führen.

Das Ende der Schifffahrt im Oetker-Konzern, das die beiden Unternehmen am Donnerstag offiziell bestätigten, war Anfang der Woche in der Schifffahrtsszene durchgesickert. Die August Oetker KG aus Bielefeld hat nach acht Krisenjahren die Geduld mit den Schiffen verloren. 1936 war Oetker in die 1871 gegründete zweitgrößte deutsche Reederei eingestiegen. Heute fahren weltweit 130 Containerschiffe sowie rund 40 Massengutfrachter und Tanker mit dem weiß-roten Schornsteinlogo.

Standort Europa werde gestärkt

Nach Brancheninformationen hatte neben Maersk auch die chinesische Cosco-Gruppe Interesse an der Hamburger Reederei. Den Zuschlag bekam aber die Offerte aus Kopenhagen. Damit wird im Wettbewerb mit den aggressiven Chinesen der Schifffahrtsstandort Europa gestärkt. Wenn die jetzt unterzeichnete Absichtserklärung im nächsten Jahr umgesetzt wird, ist die Maersk Line global die unangefochtene Nummer eins und steigert den Marktanteil von 15,7 auf 18,6 Prozent.

„Heute ist ein neuer Meilenstein in der Geschichte von Maersk Line. Ich freue mich sehr, dass wir mit der Oetker-Gruppe eine Vereinbarung zur Übernahme der Hamburg-Süd getroffen haben. Die Reederei ist ein sehr gut geführtes Unternehmen. Hamburg-Süd ergänzt Maersk Line, gemeinsam bieten wir unseren Kunden das Beste aus zwei Welten, vor allem im Nord-Süd-Handel“, sagt Søren Skou, Vorstandschef der Maersk Line. Die Dänen haben großes Interesse am Südamerika-Geschäft der Hamburger. Dort sind die Frachtraten derzeit nicht so ruinös wie in der Asien-Europa-Fahrt.

Ob Hamburg Arbeitsplätze behält?

„Wir sind stolz darauf, dem Weltmarktführer Maersk Line beizutreten. Durch den Zugang zu diesem Netzwerk werden wir das Markenmodell der Hamburg-Süd weiterentwickeln“, sagt Ottmar Gast, Vorstandsvorsitzender der Hamburg-Süd-Gruppe. Die Branche bezweifelt allerdings, ob Hamburg-Süd mit den rund 1000 Arbeitsplätzen auf Dauer in Hamburg bestehen bleibt. Seit 1993 haben die Dänen bereits die Traditionslinien Ben Lines, EAC, Sea-Land, Safmarine, Torm, P&O und Nedlloyd übernommen und nach gewissen Übergangsphasen alle geschluckt.

„Der Verkauf der Hamburg-Süd an Maersk zeigt deutlich: Die durch die langjährige Schifffahrtskrise ausgelöste Konsolidierung und Internationalisierung der Branche ist in vollem Gange“, sagt Ralf Nagel, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des Verbands Deutscher Reeder (VDR). Nagel sieht in diesem Verkauf eine globalen Wirtschaftsveränderung, bei der besonders der Wirtschaftsstandort Deutschland zunehmend unter Druck gerät. Eine Trendwende ist aus Sicht der Reeder nicht erkennbar: „Der Standortwettbewerb wird noch härter. Neue Kapitalgeber vergleichen Standorte weltweit. Wir brauchen große zusätzliche gemeinsame Anstrengungen aus Politik und Wirtschaft, um Deutschland als Schifffahrtsstandort dauerhaft im Spitzenfeld zu halten.“

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Der geplante Verkauf von Hamburg Süd an das dänische Unternehmen Maersk zeigt nach Ansicht des Verbands der Deutschen Reeder, dass der Standortwettbewerb noch härter wird.

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