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Viele Felder kaum befahrbar

Maisernte in Verzug Viele Felder kaum befahrbar

Die Maisernte in Schleswig-Holstein ist im Verzug. Viele Bauern haben mit der Ernte noch nicht begonnen, an der dänischen Grenze ist der Mais nicht einmal reif.

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Mais gehört in Schleswig-Holstein neben Weizen und Raps zu den wichtigsten Feldfrüchten.

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Rendsburg. Die Maisernte in Schleswig-Holstein stockt. Nach den ergiebigen Regenfällen der vergangenen Wochen sind die Böden an vielen Orten zu weich für die schweren Erntemaschinen. Aktuell seien erst 25 Prozent der Maisfelder abgeerntet, sagte Daniela Rixen von der Landwirtschaftskammer am Montag. „Im vergangenen Jahr hatten wir zu diesem Zeitpunkt bereits alles abgeerntet.“

Doch nicht nur der vom Regen aufgeweichte Boden machen den Landwirten zu schaffen. In den nördlichen Landesteilen ist der Mais zum Teil nicht einmal reif, sagte Rixen. „Der Mais braucht Wärme.“ Die wechselhafte Witterung der vergangenen Wochen mit zum Teil deutlich niedrigeren Temperaturen habe das Reifen verzögert, sagte Rixen.

Mais gehört in Schleswig-Holstein neben Weizen und Raps zu den wichtigsten Feldfrüchten. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer wurde sogenannter Silomais in diesem Jahr auf rund 167 000 Hektar angebaut. Bei der Ernte wird der Silomais als ganze Pflanze mit dem Häcksler geschreddert. Die Hälfte des Ertrags wird als als Silage-Mais an die Rinder verfüttert. Ein Hektar Mais bringt ihnen 50 Kubikmeter Silage — ein Futter-Vorrat, der monatelang aufbewahrt werden kann. Die andere Hälfte der Ernte wird zur Energiegewinnung genutzt. Als „Futter“ für Biogasanlagen liefert er einen Hektarertrag von 18 000 Kilowattstunden Strom und 20 000 Kilowattstunden Wärme. „Die diesjährige Maisernte dürfte wohl nicht an die Rekordernte des Vorjahres anknüpfen“, sagte Rixen.

Im südlichen Schleswig-Holstein wird nach Angaben der Landwirtschaftskammer in geringem Umfang auch Körnermais angebaut. Dieser wird mit einem Mähdrescher geerntet, und die Körner dann heraus gedroschen.

Mais ist eine frostempfindliche Kulturpflanze, deren Wildform unbekannt ist. Er wurde in der Region zwischen Peru und Mexiko bereits vor 7000 Jahren angebaut. Nach Europa kam der Mais Ende des 15. Jahrhunderts. Hier war er zunächst Zierpflanze, ehe er ab dem 17. Jahrhundert auch in der Landwirtschaft genutzt wurde. Anfang des 19. Jahrhunderts begann die Züchtung robusterer, dem kalten Klima besser angepasster Maissorten. Seit den 1970er Jahren wird Mais in Mitteleuropa großflächig angebaut.

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