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Eine digitale Strategie für den Norden

Mediatage in Kiel Eine digitale Strategie für den Norden

Nach einem Jahr Pause finden sie jetzt wieder statt: die Mediatage Nord in Kiel. Unter dem Motto „Schleswig-Holstein digital“ geht es an vier Tagen unter anderem um Herausforderungen wie die Digitalisierung der Wirtschaft, die Vermittlung von Medienkompetenz und um Datenschutz.

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Diskussion mit Jugendlichen über die Nutzung von Medien: Am Montag startete das sogenannte World Cafe während der Mediatage im Haus der Wirtschaft.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Auf Bundesebene wird über eine digitale Agenda diskutiert. Kann diese für Schleswig-Holstein als Vorbild dienen? Was gibt es darüber hinaus zu bedenken, vor allem aber zu tun? Auf den Mediatagen Nord sollen verschiedene Aspekte diskutiert werden. Peter Willers, Leiter des OKSH (Offener Kanal Schleswig-Holstein), hält dieses Thema für besonders wichtig: „Unser Bundesland braucht eine digitale Strategie.“

 Zwölf Veranstalter, darunter das OKSH, bieten noch bis Donnerstag Fachtagungen zu Medienthemen im Haus der Wirtschaft, ab morgen auf dem Campus der FH Kiel an. In einer ersten Veranstaltung ging es am Montag um die Ergebnisse der Shell Jugendstudie 2015 zum Freizeit- und Mediennutzungsverhalten von Jugendlichen. „99 Prozent aller Jugendlichen sind regelmäßig online. Sie nutzen das Internet hauptsächlich zur Unterhaltung, zum Austausch untereinander und zur Informationsgewinnung,“ fasste Referent Ingo Leven, Co-Autor der Studie, zusammen. Pro Woche seien sie durchschnittlich 18 Stunden online. Das wiederum sei eine Verdopplung im Vergleich mit dem Jahr 2006, sogar eine Verdreifachung zu 2002. Die Frage, was sich daraus für die Jugendarbeit von heute und morgen ableiten lässt, wurde anschließend in einem World Café diskutiert. „Im Austausch mit Fachleuten erhalte ich gute Anregungen, um ins Gespräch mit den Jugendlichen zu gehen und ihre Medienkompetenz zu stärken“, sagte Martina Pulkis vom Jugendreferat Kieler Juwel.

Große Herausforderung

 „Wir alle leben bereits digital, die Jüngeren noch mehr als die Älteren, aber die Chancen und Risiken, die sich daraus ergeben, müssen immer neu zum Thema gemacht werden“, sagte Willers. Es sei zum Beispiel eine große Herausforderung, die Schulen mit digitalem Lehren vertraut zu machen. Das beginne beim Unterrichtsmaterial und höre bei Fortbildungen für Lehrkräfte auf. „Es wird spannend, wenn Medienwirtschaft und Medienpädagogik aufeinandertreffen.“ Auch die digitale Infrastruktur, Stichwort Breitbandnetz, wird in den nächsten Tagen ein großes Thema sein. Wo steht Schleswig-Holstein? Woran muss gearbeitet werden? Bei einem Podiumsgespräch geht es um digitale Transformationsprozesse, die Märkte, Medien und Menschen radikal verändern, und um deren Auswirkungen auf Unternehmen und auf die Gesellschaft. Am Mittwoch werden verschiedene Workshops angeboten, darunter „Etikette und Ethik in interaktiven Medien“. Teilnehmer können auch erfahren, wie sie qualitativ gute und kostengünstige Videos mit dem Smartphone oder Tablet erstellen. Professor Christian Filk von der Europa-Universität Flensburg spricht über den „echten Norden“ und die touristische Wertschöpfung in der Region.

 Peter Willers glaubt, dass die Teilnehmerzahlen gegenüber 2013 stabil bleiben und rechnet mit bis zu 1000 Tagungsgästen. Die Mediatage Nord haben laut Willers eine große Bedeutung: „Es ist wichtig, dass die Medienwirtschaft in Schleswig-Holstein für uns, aber auch für die anderen Bundesländer, sichtbar ist.“

Von Sarah Jehle

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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