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Metall-Tarifrunde im Norden wird härter

Warnstreiks absehbar Metall-Tarifrunde im Norden wird härter

In der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie zeichnet sich eine harte Tarifrunde ab. Die Arbeitgeberseite ist sich noch nicht sicher, ob sie zur zweiten Verhandlungsrunde Mitte April ein Angebot vorlegt.

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Erste Warnstreiks sind bereits direkt nach der Friedenspflicht, die am 29. April nach Mitternacht endet, zu erwarten.

Quelle: Jens Büttner/dpa (Archiv)

Hamburg. Die Tarifparteien in der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie bereiten sich auf eine schwierige Tarifrunde und Warnstreiks vor. „Die erste Verhandlungsrunde hat gezeigt, dass die andere Seite durch Argumente allein nicht zu überzeugen sein wird“, sagte Meinhard Geiken, der Bezirksleiter der IG Metall Küste. „Wir müssen die Denkfähigkeit noch anstupsen.“ Auch die Arbeitgeberseite zeigt sich notfalls kampfbereit. „Wir wollen keine Streiks, weil die der Wirtschaft immer sehr schaden“, sagte Nordmetall-Präsident Thomas Lambusch. „Aber die Bereitschaft unter den Unternehmen, dagegen zu halten, ist größer als in den Vorjahren.“

Eingeschränkter Verhandlungsspielraum

In der aktuellen Tarifrunde geht es allein um die Entgeltforderung der IG Metall Küste in Höhe von fünf Prozent. Dass keine weiteren Elemente zu verhandeln sind, so wie etwa Arbeitszeit- oder Fortbildungsfragen, schränkt den Spielraum der Verhandlungspartner eher ein. Die Erwartungen seien auf beiden Seiten sehr hoch, sagte Lambusch. „Jetzt müssen wir sehen, dass wir alle von der Palme wieder runterkommen und vernünftige Lösungen finden.“

Die nächste Verhandlungsrunde für die 140000 Beschäftigten der Branche in Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und dem nordwestlichen Niedersachsen ist für den 14. April in Hamburg angesetzt. „Wir würden uns freuen, wenn die Arbeitgeber dann ein Angebot vorlegen“, sagte Geiken. Doch das ist noch nicht sicher. „Wir haben das vor, aber wir müssen noch darüber sprechen“, sagte Lambusch. „Wenn sich bei den Verhandlungen abzeichnen sollte, dass es keinen Sinn macht, dann lassen wir es.“

Warnstreiks direkt nach Friedenspflicht

Die Friedenspflicht endet in der Nacht zum 29. April. Gleich nach Mitternacht wird es vermutlich zu ersten Warnstreiks im Norden kommen. „Wir haben schon entsprechende Anfragen von den Kollegen in den Betrieben“, sagte Geiken. Die Forderung von fünf Prozent mehr Entgelt sei angesichts steigender Gewinne und Dividenden richtig. Vielen Unternehmen der Branche gehe es sehr gut und bei den kleineren Firmen seien die Umsatzrenditen zum Teil noch höher als bei den großen Konzernen. Die Stärkung der Kaufkraft sei auch der richtige Weg, um die Konjunktur am Laufen zu halten.

„Wir haben einige Leuchtturmunternehmen“, sagte dagegen Nordmetall-Präsident Lambusch. „Aber viele andere müssen kämpfen.“ Der neue Vertrag müsse dieser Vielfalt gerecht werden. Bereits der Tarifabschluss des vergangenen Jahres sei zu hoch gewesen, weil die angenommenen Voraussetzungen von 2,0 Prozent Inflation und 1,5 Prozent Produktivitätsfortschritt nicht eingetreten seien. „Wir müssen diesmal unbedingt die Bodenhaftung bewahren“, sagte Lambusch. Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber hofft, über Laufzeit und Differenzierung des Tarifvertrags zu einer Einigung zu kommen.

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