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Kieler Werften im Konkurrenzkampf

Milliardenauftrag Kieler Werften im Konkurrenzkampf

Zwei Werften mit Kieler Wurzeln ringen gegeneinander um einen der größten Aufträge der Bundeswehr: Für 3,9 Milliarden Euro sollen vier Mehrzweckkampfschiffe gebaut werden. Zu den drei Bietergemeinschaften gehören German Naval Yards Kiel und der große Nachbar ThyssenKrupp Marine Systems.

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Vier Mehrzweckkampfschiffe will die Marine bauen lassen. Die Kieler Werften wollen von dem Milliardenauftrag profitieren.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Während die europäische Diplomatie auf vollen Touren läuft, um das Brexit-Chaos in den Griff zu bekommen, bereitet der EU-Ausstieg der Briten dem Kieler Schiffbauer kein Kopfzerbrechen. Zwar hat sich die Werft German Naval Yards Kiel mit dem britischen Rüstungskonzern BAE Systems zusammengetan und Ende Mai an dem Vergabeverfahren zum Bau der vier neuen deutschen Kriegsschiffe des Typs MKS180 beteiligt. Aber zusammen mit dem britischen Partner hat die Kieler Werft weiterhin sehr gute Chancen in dem Bieterwettbewerb, da sie über modernste Fertigungsanlagen für Marineschiffe verfügt.

Die Geschäftsführung verweist etwaige Brexit-Bedenken jedenfalls ins Reich der Utopie. „Wir erwarten keinen negativen Einfluss auf diese Zusammenarbeit. Es ist eine Kooperation auf dem Gebiet der militärischen Technik, und es gibt in diesem Bereich übergeordnete Interessen“, sagt Holger Kahl, Geschäftsführer von German Naval Yards Kiel. So stünde die gute Zusammenarbeit der deutschen Marine mit der Royal Navy nicht zur Disposition, heißt es. Der Bau der Schiffe würde ohnehin in Kiel erfolgen.

Arbeitsplätze in Kiel könnten bis 2025 sicher sein

Käme es zur Vergabe der vier Mehrzweckkampfschiffe 180 an die deutsch-britische Bietergemeinschaft, wären in Kiel die Arbeitsplätze auf der Werft bis 2025 gesichert. Die Aufträge sollen im Sommer nächsten Jahres vergeben werden. Das erste Schiff soll 2023 in Dienst gestellt werden. Das Auftragsvolumen dürfte bei rund vier Milliarden Euro liegen – je nach Ausgang der Ausschreibung. Die Briten bringen ihr Know-how ein. So baut BAES gerade die neuen Flugzeugträger der Royal Navy.

Um die Ausschreibung für die Mehrzweckkampfschiffe bewerben sich nach KN-online-Informationen drei Bietergemeinschaften. Neben German Naval Yards Kiel ist mit dem Duo ThyssenKrupp Marine Systems/Lürssen eine zweite Werftgruppe mit Kieler Wurzeln im Rennen. Da ThyssenKrupp an der Förde keine Überwasserschiffe mehr bauen kann, setzen diese Bieter auf die Standorte Hamburg und Wolgast für die Fertigung. Der dritte Bieter ist die Hamburger Werft Blohm+Voss, die sich mit der niederländischen Damen-Werft zusammengetan hat.

Kieler Betrieb voll ausgelastet

Doch diese Konkurrenz schreckt Kahl nicht. „Wir haben ein Ziel. Wir wollen, dass in Kiel auch weiterhin Kriegsschiffe gebaut werden. Und wir sind da ganz optimistisch“, sagt er. Der im vergangenen Jahr aus der Werft Abu Dhabi Mar Kiel entstandene Betrieb ist voll ausgelastet. Aufträge für eine Fregatte für Algerien und vier Korvetten für Israel liegen vor. Diese Schiffe baut die Werft im Auftrag der ThyssenKrupp Marine Systems. Hinzu kommt der Bereich Jachtbau. Hier hat German Naval Yards gerade den Auftrag zum Bau einer Megajacht bekommen, die im November in die Fertigung geht. Außerdem geht die Ausrüstung der Segeljacht „A“ weiter. „Nobiskrug ist zuständig für Jachten, German Naval Yards ist zuständig für den Marinebereich“, sagt Kahl.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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German Naval Yards
Foto: Nur noch heute kann die aufwendige Beleuchtung bestaunt werden.

Die Kieler Werft German Naval Yards sorgt seit Beginn der Kieler Woche nach Einbruch der Dunkelheit für Lichtspiele im Kieler Hafen. Mit einer Projektionstechnik lässt die zur Nobiskrug-Gruppe gehörende Werft ihren Portalkran nach Einbruch der Dunkelheit erleuchten.

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