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Möbelpacker als Helfer in der Not

Spedition Max Jacobi Möbelpacker als Helfer in der Not

Raus aus dem Krankenhaus, und dann? Nach einem Unfall oder einer schlimmen Krankheit müssen viele Patienten ein neues Zuhause suchen. Die Kieler Spedition Max Jacobi hilft in solchen Fällen, denn es hat gesundheitsbedingte Umzüge als neues Geschäftsfeld für sich entdeckt.

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Ein Unfall oder eine Krankheit – oft kann das Schicksal Menschen zwingen, ihre Wohnung zu wechseln. Die Kieler Firma von Max Jacobi hat sich auf diese Nische spezialisiert. Von der Wohnungssuche bis zum Umzug bietet sie Reha-Patienten Hilfe in der Not.

Quelle: imago stock&people

Kiel. „Man stelle sich vor, ein Mensch hatte einen Schlaganfall oder einen schweren Autounfall und kann von heute auf morgen nicht mehr zurück in seine Wohnung in der dritten Etage ohne Fahrstuhl“, sagt Jean-Pierre Jacobi, Geschäftsführer der Kieler Spedition Max Jacobi. Das Unternehmen will solchen Menschen helfen und hat gesundheitsbedingte Umzüge als neues Geschäftsfeld für sich entdeckt.

 Wenn Patienten das Krankenhaus verlassen, gehen sie oft mit hohem Unterstützungsbedarf nach Hause. Kliniken haben deswegen ein Entlassungsmanagement, das den Übergang vom stationären Aufenthalt in den Alltag organisiert. Geht es zunächst in die Reha? Welcher Hausarzt ist für die Nachsorge verantwortlich? Dabei ist es aber nur Aufgabe der Kliniken, die nächste medizinische Versorgungsstufe sicherzustellen. „Wir haben festgestellt, dass der Umzug kein Teil der Beratung ist“, sagt Jacobi. Eine Marktlücke, die das Unternehmen füllen will. Denn ein Umzug belaste oft Kranke und ihre Angehörige. Es fließe viel Energie in die organisatorischen Dinge. Energie, die die Menschen eigentlich bräuchten, um gesund zu werden. „Ein Umzug soll in dieser Situation nicht in Stress ausarten. Die Menschen sollen sich auf ihre Gesundheit konzentrieren können.“

 Die Spedition bietet deswegen an, Kunden bei der Suche nach einem barrierefreien Zuhause zu helfen, sie bei Behördenanträgen zu unterstützen und sich um einen reibungslosen Umzug zu kümmern. Ähnliche Angebote machen auch andere Umzugsfirmen, die sich auf Senioren als Kunden spezialisiert haben. Max Jacobi indes kann auf die Erfahrung im Relocation-Bereich zurückgreifen, wie der Chef sagt: Der Dienstleister organisiert für Mitarbeiter von großen Konzernen etwa auch komplette Umzüge ins Ausland, inklusive Wohnungssuche und Behördengänge.

 Bei den gesundheitsbedingten Umzügen sei Empathie wichtig. „Man muss den Kunden Zeit geben, sich auf den Umzug einzulassen“, sagt Jacobi. Auch praktisch gebe es viele kleine Dinge zu bedenken: Zum Beispiel, dass zwischen den aufgetürmten Kartons Platz bleibt, damit ein Rollstuhl durchkommt, oder dass der Rollator als letztes in den Umzugswagen kommt.

 Die Idee, sich auf gesundheitsbedingte Umzüge zu spezialisieren, sei relativ neu und noch nicht beim Kunden angekommen. „Die meisten landen eher zufällig bei uns“, sagt Jacobi. Ärzte oder Pfleger reagierten positiv, wenn sie von dem Angebot hörten. „Aber man kommt natürlich nicht an den Punkt, an dem uns Krankenhäuser weiterempfehlen.“ Aus Neutralitätsgründen dürfen Kliniken keine Werbung für private Anbieter machen. Trotzdem glaubt Jean-Pierre Jacobi, dass das Geschäftsfeld zukunftsträchtig ist. Es gebe immer mehr Alleinstehende, die keine Angehörigen hätten, die sie nach einem Klinikaufenthalt unterstützten. Wegen des demografischen Wandels und der zunehmend älteren Bevölkerung werde der Bedarf nach einer solchen Dienstleistung steigen.

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