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Sorge um fast 10000 Coop-Jobs

Nach Stopp der Edeka-Fusion Sorge um fast 10000 Coop-Jobs

Die juristische Schlappe für Sigmar Gabriel (SPD) nährt Sorgen um die Zukunft der Coop eG (Kiel), des größten privaten Arbeitgebers in Schleswig-Holstein: Gewerkschafter und Marktbeobachter sehen noch größere Fragezeichen hinter der für Coop lebenswichtigen Verschmelzung mit dem Kölner Handelsriesen Rewe.

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Coop betreibt 200 Märkte in fünf Bundesländern.

Quelle: hfr

Kiel. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hatte die Ministererlaubnis für die Fusion der Handelskonzerne Edeka und Kaiser’s Tengelmann vorläufig gestoppt. Zu Rewe gehört auch der Discounter Penny. Handelsexperten befürchten eine Zerschlagung der traditionsreichen Konsumgenossenschaft mit annähernd 10000 Mitarbeitern.

Bis zum 19. September wird das Bundeskartellamt über die Zustimmung und mögliche Auflagen entscheiden. „Wir werden uns wie bei Edeka/Kaiser's Tengelmann auch hier die betroffenen regionalen Märkte genau ansehen“, sagte der Behördenchef Andreas Mundt unserer Zeitung. Die Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel ist den Wettbewerbshütern seit Langem schon ein Dorn im Auge.

Handelsexperte befürchtet Aus für 200 Coop-Märkte

Bei der Gewerkschaft Verdi wächst die Sorge um die Arbeitsplätze bei Coop: „Mit der Entscheidung des OLG Düsseldorf ist die Unsicherheit größer geworden“, sagte Conny Töpfer, stellvertretende Verdi-Landesbezirksleiterin Nord. Der Handelsexperte Bert Warich rechnet mit strengen Auflagen für die Teilfusion von Rewe und Coop: „Ich befürchte, dass Coop sich von der Hälfte seiner 200 Märkte trennen muss“, so der Inhaber des Berliner Wabe-Instituts. Dies wäre „fatal“, weil es für abgespaltene Märkte derzeit keinerlei unternehmerische Perspektive gebe.

Vorgesehen ist, dass die Coop nach zehn Verlustjahren ihr gesamtes operatives Geschäft, also auch den Betrieb der rund 200 Märkte (Sky, Plaza-Bau- und Gartencenter) sowie die Logistikzentren Kiel und Güstrow in die neue Supermarkt Nord GmbH & Co. KG (Kiel) einbringt, an der Rewe mindestens 55 Prozent der Anteile halten soll. Bei der Vorstellung der jüngsten Geschäftsszahlen hatten die beiden Vorstände Thorsten Tygges und Rüdiger Kasch unmissverständlich deutlich gemacht, dass die Coop ohne starken Partner auf dem hart umkämpften Markt nicht überlebensfähig ist. Im Geschäftsjahr 2015 hatte die Genossenschaft mit knapp 70000 Mitgliedern 7,6 Millionen Euro Verlust gemacht. In der OLG-Entscheidung sieht das Unternehmen jedoch kein schlechtes Omen: „Es handelt sich um ein formales und standardisiertes Prüfungsverfahren seitens eines Amtes des Bundes.“ Man gehe daher von einer „weiterhin objektiven und sachlichen Prüfung“ aus.

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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Plaza / Sky
Foto: Zur Handelsgenossenschaft Coop gehört auch Sky-Markt.

Die Handelsgenossenschaft Coop hat mit ihren Plaza- und Sky-Märkten im vergangenen Jahr einen operativen Verlust von 7,6 Millionen Euro eingefahren. Darin enthalten sind Zinskosten in Höhe von 2,2 Millionen Euro.

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