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Polen rüstet kräftig auf

Neuer U-Bootauftrag? Polen rüstet kräftig auf

Die Kieler U-Bootbauer der Werft ThyssenKrupp Marine Systems können sich Hoffnungen auf einen weiteren großen U-Bootauftrag machen. Das polnische Verteidigungsministerium hat die Beschaffung neuer U-Boote jetzt auf die Liste der vier priorisierten Rüstungsvorhaben gesetzt.

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Einige U-Boote der polnischen Marine – wie die „Sep“ – sind bereits 50 Jahre alt, deswegen will das Verteidigungsministerium dringend neue anschaffen.

Quelle: Frank Behling

Kiel. 2,3 Milliarden Euro sollen in den Bau von drei neuen U-Booten investiert werden, heißt es in einer Mitteilung. Sie sollen fünf ältere U-Boote ablösen, die heute die polnische Flotte stellen. Einige der Boote sind bereits 50 Jahre alt. 2021 werden vier der heutigen fünf Boote zudem stillgelegt. Deshalb drängt die Zeit.

„Wir begrüßen die Entscheidung“, sagte am Freitag ein Sprecher der Werft TKMS. Konkrete Angaben zum Stand der Verhandlungen machte er aber keine.Auf militärischer Ebene führt Polen bereits Verhandlungen mit Deutschland und Norwegen. Ende Juni haben die Inspekteure der deutschen und polnischen Marine ein Kooperationsabkommen unterschrieben. Auf der Basis dieses Abkommens sollen die U-Boote beider Länder eine Art gemeinsames Lagezentrum einrichten. Organisatorisch ist diese neue Dienststelle Teil des deutschen „Maritime Operations Centre“ (MOC) in Glücksburg. Von dort werden zukünftig binationale Operationen deutscher und polnischer U-Boote geführt. Auch bei der Ausbildung arbeiten die Nationen zusammen.

Kieler Werft in der engeren Wahl

„Es ist schon ein ganz besonderer Schritt, die Kontrolle über einen so wichtigen nationalen, strategischen Aktivposten wie ein U-Boot in gemeinschaftliche Hände zu übergeben“, erklärte Vizeadmiral Andreas Krause bei der Unterzeichnung der Vereinbarung. Der polnische Konteradmiral Miroslaw Mordel zeigte sich besonders stolz, nach Jahren der Vorbereitung diesen Schritt zu gehen.

Mit Norwegen hat Polen im März einen Kooperationsvertrag für die Beschaffung von U-Booten abgeschlossen. Die Skandinavier planen ebenfalls neue U-Boote zu erwerben. Norwegen hat im März bereits die Kieler Werft in die engere Wahl für die Vergabe eines Neubauauftrags für U-Boote genommen. Ende des Jahres soll in Oslo die Entscheidung fallen.

Die Entscheidung für eine Aufstockung der Rüstungsausgaben ist in Polen schon getroffen. Die 2,3 Milliarden für den U-Boot-Bau sind nur ein Teil der Investitionen. Für insgesamt 20 Milliarden Euro sollen zudem neue Luftabwehrsysteme, Kampfhubschrauber und Drohnen angeschafft werden. „Die Führung des Ministeriums hat ihre Prioritäten definiert“, sagte Vize-Verteidigungsminister Bartosz Kownacki.

Zunächst waren sieben Schiffe in Planung

Mit Polen arbeitetet TKMS bereits seit 15 Jahren bei einem Überwasser-Projekt zusammen. Dabei handelt es sich um die Gawron-Klasse. Das ist ein Korvetten-Typ, der als Meko A-100 in Deutschland entwickelt wurde. Das erste Schiff dieses Typs wurde 2015 auf den Namen „Slazak“ getauft und kam bei der Werft Stocznia Marynarki Wojennej in Gdingen zu Wasser. Der Entwurf stammt aus dem Hause Blohm + Voss in Hamburg.

Zunächst waren sieben Schiffe in Planung. Der Preis für die Fregatten stieg jedoch von 180 auf 360 Millionen Euro. Deshalb wurde das Projekt auf vorerst ein Schiff gekürzt. Am 2. Juni 2015 kam „Slazak“ feierlich zu Wasser. Die Indienststellung ist für Anfang 2017 geplant. Das 92,5 Meter lange und 13,5 Meter breite Schiff verdrängt 2150 Tonnen. Zwei deutsche MTU-Motoren und eine US-Gasturbine von General Electric stehen im Maschinenraum.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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